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Korruptionsvorwürfe : Peruanische Oppositionsführerin Fujimori festgenommen

  • Aktualisiert am

Erst einmal Zehn Tage in Haft: Keiko Fujimori bei ihrer Festnahme Bild: AFP

Jetzt gerät auch die peruanische Oppositionsführerin Keiko Fujimori in den Odebrecht-Skandal. Sie soll für eine Wahlkampagne mehr als eine Million Dollar von dem brasilianischen Baukonzern erhalten haben.

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          Wegen Korruptionsvorwürfen ist die peruanische Oppositionsführerin und Tochter von Expräsident Alberto Fujimori, Keiko Fujimori, festgenommen worden. Ein Gericht ordnete am Mittwoch die Festnahme der 43 Jahre alten Politikerin an. Fujimori werde zunächst für zehn Tage in Haft bleiben, teilte die Justiz mit. Der zuständige Richter begründete die Verhaftung mit erhöhter Fluchtgefahr. Gegen Fujimori wird seit Monaten wegen Geldwäsche, illegaler Wahlkampfspenden und der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Sie soll für die Kampagne zur Präsidentenwahl 2011 rund 1,2 Millionen Dollar vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht erhalten haben.

          Keiko Fujimori kritisierte die Festnahme scharf und sprach von politischer Verfolgung. „Heute wurde ich ohne Rechtsgrund verhaftet“, schrieb die Oppositionspolitikerin in einem Brief, den sie auf Twitter veröffentlichte. Verfolgung hat sich in unserem Land als Gerechtigkeit getarnt.“ Gegen 19 weitere Personen, darunter zwei frühere Minister, ordnete das Gericht ebenfalls Haftbefehle an.

          Für die Oppositionspartei Fuerza Popular, die im Parlament die absolute Mehrheit hält, ist Fujimoris Verhaftung ein schwerer Schlag. Erst in der vergangenen Woche hatte der Oberste Gerichtshof die Begnadigung ihres Vaters Albert Fujimori aufgehoben. Der autoritäre Expräsident wird für zahlreiche Menschenrechtsverbrechen während seiner Amtszeit (1990-2000) verantwortlich gemacht.

          Der Odebrecht-Skandal setzt ranghohe Politiker in ganz Lateinamerika unter Druck. In Peru wird gegen zahlreiche ehemalige Präsidenten ermittelt. Im März trat Pedro Pablo Kuczynski wegen Korruptionsvorwürfen zurück. Der frühere Präsident Ollanta Humala (2011-2016) saß mehrere Monate in Untersuchungshaft. Gegen Alejandro Toledo (2001- 2006) liegen zwei internationale Haftbefehle vor.

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