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Korruptionsbekämpfung in Peru : Ein Christus vom Baukonzern

Die Christusstatue wacht über die peruanische Hauptstadt Lima. Bild: Picture-Alliance

Peru versinkt in Korruption. Drei der vergangenen vier Präsidenten Perus stehen deswegen unter Anklage. Ein vierter hat sich umgebracht. Was bleibt ist eine Christusstatue, die über Lima wacht.

          6 Min.

          Mit ausgebreiteten Armen steht er auf einer Anhöhe an der Küste und blickt gutmütig auf die peruanische Hauptstadt Lima, die sich im Dunst abzeichnet. Sein Blick ist liebevoll. Unter dem Sockel, auf dem der 37 Meter hohe und seinem Vorbild in Rio de Janeiro nachempfundene „Christus des Pazifiks“ steht, befindet sich ein Durchgang, in dem es nach Urin stinkt. Auf den Betonwänden sind die Inschriften von Liebespaaren zu lesen. Doch die Christusstatue in Lima steht heute nicht mehr für Gutmütigkeit oder Liebe. Das religiöse Symbol ist zu einem Mahnmal geworden.

          Tjerk Brühwiller

          Freier Berichterstatter für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Errichtet wurde die Statue 2011 auf Initiative des damaligen Präsidenten Alan García. Sie war ein Geschenk des brasilianischen Baukonzerns Odebrecht im Wert von mehr als 800.000 Dollar. Der Konzern bekam während Garcías Amtszeit zwischen 2006 und 2011 einige einträgliche Aufträge vom peruanischen Staat. Einige Jahre später kam heraus, wie Odebrecht an die Aufträge gekommen war. Der Konzern hatte sich in Brasilien und anderen Ländern systematisch die Gunst von Politikern und Beamten gekauft, Projekte überteuert und Preisabsprachen getroffen.

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