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Peru : Guerilla-Anführer Guzmán im Gefängnis gestorben

  • Aktualisiert am

Der peruanische Guerillaführer Abimael Guzmán Bild: Reuters

Jahrzehntelang versetzte der Leuchtende Pfad die Bauern in Angst und Schrecken, die Städter terrorisierte er mit Bomben. In ihrer Blütezeit war die Guerilla in der Hälfte des Landes aktiv. Nun meldet die Regierung den Tod des früheren Anführers.

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          Der ehemalige Anführer der peruanischen Guerillaorganisation Leuchtender Pfad (Sendero Luminoso) ist tot. Abimael Guzmán sei im Alter von 86 Jahren im Hochsicherheitsgefängnis auf dem Marinestützpunkt Callao gestorben, teilte die Gefängnisverwaltung am Samstag mit. Der Gesundheitszustand des früheren Rebellenführers hatte sich in den vergangenen Monaten immer weiter verschlechtert. Er aß kaum noch und wurde zwischenzeitlich im Krankenhaus behandelt.

          „Der Terroristenführer Abimael Guzmán, der für den Verlust unzähliger Leben unserer Landsleute verantwortlich ist, ist tot“, schrieb Präsident Pedro Castillo auf Twitter. „Unsere Verurteilung des Terrorismus ist fest und unumstößlich. Nur in der Demokratie werden wir ein Peru der Gerechtigkeit und Entwicklung für unser Volk aufbauen.“

          Fast 70.000 Tote

          Guzmán arbeitete in den 1960er Jahren zunächst als Professor für Philosophie an der Universität von Ayacucho. Später ging er in den Untergrund und gründete die Rebellenorganisation Leuchtender Pfad. 1992 wurde er in Lima verhaftet und wegen Terrorismus zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gefängnis heiratete er die Vizechefin des Leuchtenden Pfads, Elena Iparraguirre.

          Bei Auseinandersetzungen zwischen dem Sendero Luminoso und staatlichen Sicherheitskräften kamen zwischen 1980 und 2000 fast 70.000 Menschen ums Leben. Im Gegensatz zu vielen anderen Bürgerkriegen in der Region war in Peru die Guerilla für einen Großteil der Toten verantwortlich. Obwohl der Leuchtende Pfad vorgab, sich für die indigene Landbevölkerung einzusetzen, ging er gerade gegen sie mit äußerster Brutalität vor.

          Um Munition zu sparen, benutzten die Rebellen bei vielen Massakern Macheten. In den Städten verübte der Leuchtende Pfad zahlreiche Bombenanschläge. Anfang der 1990er Jahre war die Guerilla in der Hälfte des peruanischen Staatsgebiets aktiv.

          Heute widmen sich die verbliebenen Einheiten des Leuchtenden Pfads dem Drogenhandel. Sie sind vor allem in den Tälern der Flüsse Apurímac, Ene und Mantaro (Vraem) aktiv, wo staatliche Institutionen nur schwach vertreten sind. Das Gebiet ist ein wichtiges Anbaugebiet für die Koka-Pflanze. Neben Kolumbien und Bolivien ist Peru der größte Kokain-Produzent der Welt.

          „Das Problem des Terrorismus ist nicht mehr dasselbe wie früher, jetzt ist er im Vraem angesiedelt, wo wir Überreste haben, aber er ist eng mit dem Drogenhandel verbunden, und was dieses Gebiet braucht, ist die Präsenz des Staates in allen Sektoren“, sagte Verteidigungsminister Walter Ayala.

          Erst im Mai hatten mutmaßliche Kämpfer des Leuchtenden Pfades in Zentralperu 16 Menschen getötet. „Der größte Völkermörder in unserer Geschichte ist tot, aber nicht seine Terrorbande“, schrieb nun der Bürgermeister der Hauptstadt Lima, Jorge Muñoz, auf Twitter. „Er hat für die von ihm begangenen Gräueltaten nicht genügend Zeit abgesessen. Die Peruaner müssen sich heute mehr denn je gegen die neuen Angriffe des ruchlosen radikalen Wahnsinns zusammenschließen.“

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