https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/personenkult-in-china-die-lehren-des-xi-jinping-17026552.html

Personenkult in China : Die Lehren des Xi Jinping

Der starke Mann Chinas: Xi Jinping am 23. Oktober in Peking Bild: Getty

Das kennt man sonst nur aus Nordkorea: Der Personenkult um Xi Jinping nimmt immer befremdlichere Züge an. Manche sprechen schon vom „Xiismus“. Will Chinas starker Mann in die Fußstapfen Mao Tse-tungs treten?

          4 Min.

          Als China im Sommer von den schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten heimgesucht wurde, reisten Machthaber Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang getrennt in die betroffenen Gebiete. Von Li Keqiang wurde anschließend ein Video verbreitet, das einen sympathischen volksnahen Politiker zeigte, der sich nicht zu schade war, durch den Schlamm zu waten und sich die Schuhe schmutzig zu machen. Aus westlicher Sicht würde man sagen, es war gute PR. Die Videos von Xi Jinping wirkten dagegen so überzogen, dass unbedarfte Zuschauer sie für Satire halten könnten. Die Soldaten, Funktionäre und Bauern lauschen darin den Worten des großen Führers mit aufgerissenen Augen, in Ehrfurcht erstarrt, den Tränen nahe. Wann immer Xi Jinping eine Pause macht, klatschen sie so eifrig, wie man es sonst nur aus nordkoreanischen Propagandavideos kennt.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Hier steht einer, so die Botschaft, der kein gewöhnlicher Parteichef ist, sondern ein Auserwählter, der das chinesische Volk zu seiner wahren Bestimmung führen wird. Spätestens, seitdem der Volkskongress im März 2018 die Amtszeitbegrenzung für den Präsidentenposten aufgehoben hat, ist klar, dass Xi Jinping mehr Macht auf sich vereint als alle seine Vorgänger seit Maos Tod im Jahr 1976. Doch wie es scheint, will er noch höher hinaus.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Gas geben: Minister Habeck hat ein Konsortium mit TES-Geschäftsführer Alverà (rechts) ausgewählt, um in Wilhelmshaven ein schwimmendes LNG-Terminal zu bauen.

          Gasexperte Alverà : „Es gäbe genügend Gas für Europa“

          In diesem Jahr gibt Europa 1000 Milliarden Euro zusätzlich für seine Energie aus. Der Gasexperte Marco Alverà hat ein Rezept, wie Europa seine Gasversorgung schnell stabilisieren kann.
          Ab Juli 2023 werden keine neuen Karten mit Maestro-Funktion mehr ausgegeben.

          Ende eines Zahlungsmittels : Bye-bye, EC-Karte

          Eines der liebsten Zahlungsmittel der Deutschen wird abgeschafft: Bald gibt es keine Karten mit Maestro-Funktion mehr. Woran das liegt und was das für Kunden bedeutet.
          Die Drei von der Ampel: Lindner, Habeck und Scholz

          Krisenmanagement der Ampel : Ein Bild des Jammers

          Die Koalition kämpft gegen gleich mehrere Krisen. Manchmal gut, manchmal schlecht – manchmal schafft sie sich die Krise aber auch selbst.