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Woher stammt der Erreger? : Chinas schwieriger Umgang mit dem Coronavirus

Chinas Staatspräsident Xi Jinping Anfang März in Peking Bild: dpa

Die Regierung in Peking sucht den Ursprung des Coronavirus im Ausland und lenkt so von eigenen Versäumnissen ab. Auf offiziellen Kanälen hört und liest man nun von einem offenbar nicht-chinesischen Erreger und wer das in Frage stellt, wird zensiert.

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          Der Lungenarzt Zhong Nanshan hat in China den Ruf eines furchtlosen Streiters für die Wahrheit. Deswegen hat die Regierung ihn zu einem der zentralen Gesichter ihres Kampfes gegen das Coronavirus gemacht. In den vergangenen Tagen ist Zhong Nanshan allerdings zum Überbringer einer zweifelhaften Wahrheit geworden. Auf einer Pressekonferenz sagte er, das Virus sei „zuerst in China entdeckt worden, aber ist möglicherweise nicht in China entstanden“.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Dieser womöglich nicht einfach dahingesagte Satz ist inzwischen zu einem zentralen Topos in Pekings Kommunikationsstrategie geworden. Am Mittwoch etwa berief sich der Sprecher des Außenministeriums auf „den berühmten Lungenspezialisten Zhong Nanshan“ und sagte: „Covid-19 ist ein globales Phänomen unbekannten Ursprungs.“ Ähnlich haben sich seither mehrere chinesische Botschafter geäußert.

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