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Passagierflugzeug über Ukraine abgeschossen : Biden bestätigt Abschuss – Verräterische Äußerungen

  • Aktualisiert am

Brennende Trümmer der Boeing 777 Bild: dpa

In der Ukraine ist ein Passagierflugzeug abgeschossen worden, das bestätigte der amerikanische Vizepräsident Biden. Separatisten und Regierungstruppen beschuldigen sich gegenseitig, das Flugzeug angegriffen zu haben. Ein Separatistenführer soll verräterische Äußerungen veröffentlicht haben.

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          Über dem Kampfgebiet in der Ostukraine ist nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums ein Passagierflugzeug der Malaysia Airlines mit 295 Personen an Bord abgeschossen worden. Auch der amerikanische Vizepräsident Joe Biden bestätigte, dass das Flugzeug abgeschossen worden sei. Der Crash sei sei „kein Unfall“, die Maschine sei „vom Himmel geholt worden“, sagte Biden.

          Kremlchef Wladimir Putin hat der Ukraine die Verantwortung für den Absturz im Osten des Landes zugeschrieben. Die schreckliche Tragödie wäre nicht passiert, wenn es in der Ostukraine keinen Krieg gebe, sagte Putin am späten Donnerstagabend bei Moskau.

          Die Boeing 777, die in zehn Kilometern Höhe flog, stürzte nahe der russischen Grenze in einem Gebiet ab, das von den Separatisten kontrolliert wird. Trümmerteile sollen Wohnhäuser getroffen haben; es habe am Boden Opfer gegeben.

          Nach ukrainischen Angaben wurde das Flugzeug mit Luftabwehrraketen des Typs „Buk“ abgeschossen, die Ziele in bis zu 14 Kilometern Höhe erreichen können. Kurz vor den ersten Meldungen über den Absturz hatte der ukrainische Nationale Sicherheitsrat erstmals berichtet, die Separatisten verfügten über Waffen, mit denen der Abschuss von Flugzeugen in großen Höhen möglich sei. Schon am Montag war über dem Kampfgebiet ein Transportflugzeug der ukrainischen Streitkräfte abgeschossen worden, das nach Angaben der Regierung in Kiew in einer Höhe von 6.500 Metern flog.

          Die Separatisten bestritten, etwas mit dem Absturz des Flugzeugs zu tun zu haben, und warfen der ukrainischen Seite vor, die Boeing abgeschossen zu haben. Ein Sprecher der Separatisten in Donezk sagte der russischen Nachrichtenagentur Interfax, die Luftabwehrraketen der Separatisten könnten höchstens Ziele in einer Höhe von 3.000 Metern erreichen. Die Nachrichtenagentur meldete unter Berufung auf eine nicht näher bezeichnete „kompetente Quelle“, die ukrainischen Streitkräfte hätten am Mittwoch eine Einheit mit „Buk“-Raketen in das umkämpfte Donezker Gebiet verlegt; diese Erkenntnis beruhe auf „Angaben von Systemen objektiver Kontrolle“. Die Führer der separatistischen „Volksrepublik Donezk“ kündigten an, die Blackbox des abgestürzten Flugzeugs solle der internationalen Luftfahrtbehörde übergeben werden. Man sei bereit, internationale Fachleute zur Untersuchung des Vorfalls zuzulassen.

          Die Separatisten erklärten sich zu einer befristeten Feuerpause bereit. „Für die Bergungsarbeiten ist eine Waffenruhe nötig“, sagte ein Sprecher der Aufständischen in Donezk. Der selbst ernannte Premierminister der nicht anerkannten „Volksrepublik“ Donezk, Alexander Borodaj, sprach sich für schnelle Gespräche mit der Führung in Kiew aus. „Wir sind zum vorübergehenden Waffenstillstand mit den Behörden bereit, um eine Untersuchung des Flugzeugunglücks zu ermöglichen“, sagte Borodaj.

          Der selbst ernannte Verteidigungsminister der Volksrepublik Donezk, Igor Girkin (Kampfname Strelkow), soll allerdings im sozialen Netzwerk „vkontakte“ eine verräterische Äußerung veröffentlicht haben, wie wiederum ukrainische Quellen meldeten. „Wir haben jeden gewarnt — fliegt nicht in unserem Himmel“, soll er geschrieben haben. Zudem soll er geschrieben haben: „Wir haben soeben eine AN-26 abgeschossen.“ Bei der AN-26 handelt es sich um einen von der ukrainischen Armee genutzten Transportflugzeugtyp. Strelkow soll zu dem Eintrag ein Video gestellt haben, in dem dichter schwarzer Rauch zu sehen war und das dem in anderen Internetforen veröffentlichten Aufnahmen nach dem Flugzeugabsturz sehr ähnelt. Er schrieb, die angebliche AN-26 sei nahe der Ortschaft Snischne abgeschossen worden. Diese wiederum liegt genau in jener Gegend, in der wenig später die Trümmer der malaysischen Passagiermaschine gefunden wurden.

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