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Parteitag in Perpignan : Le Pens Trugbilder

  • -Aktualisiert am

Marine Le Pen auf dem Parteitag in Perpignan Bild: AFP

Der harte Kern von Le Pens Anhängerschaft lässt sich für einen glattgeschliffenen „Rassemblement National“ nicht begeistern. Je normaler die Partei sich gibt, desto weniger Protestwähler zieht sie an.

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          Nach den französischen Regionalwahlen, die für den „Rassemblement National“ so blamabel ausgingen, hatte Marine Le Pen von einem „trügerischen Bild“ gesprochen: Dass die große Mehrheit der Franzosen zu Hause blieb, bedeute noch lange nicht, dass ihnen die Lust auf eine Präsidentin Le Pen vergangen wäre. Tatsächlich wäre es falsch, die Regionalwahlen als vorweggenommene Präsidentenwahl zu deuten.

          Ein trügerisches Bild gab am Wochenende aber auch der Parteitag des Rassemblement National ab, der für Le Pen vordergründig so viel besser lief: Mit mehr als 98 Prozent der Stimmen wurde sie als Parteichefin bestätigt, und die Wahl ihres 25 Jahre jungen Zöglings Jordan Bardella zum ersten Stellvertreter gibt ihr Gewissheit, die Zügel auch dann in der Hand zu behalten, wenn sie sich bald ganz auf den Wahlkampf konzentriert und das Parteiamt ruhen lässt.

          Die Glanzergebnisse verdunkeln, dass es in der Partei rumort. Jean-Marie Le Pen, der verstoßene Vater der Parteichefin, steht mit seinem Lamento über die „Entlepenisierung“ nicht allein. Viele Mitglieder wünschen sich etwa weiterhin einen EU-Austritt, doch die Kandidatin hat diese und andere Kanten abgeschliffen.

          So verpufft die Begeisterung im harten Kern, und je normaler die Partei sich gibt, desto weniger Protestwähler zieht sie an. Wenn die Taktik der Führung aber nicht zur Überzeugung der Basis passt, dann merken die Wähler das. Da ergeht es den Populisten nicht anders als jeder anderen Partei.

          Andreas Ross
          Verantwortlicher Redakteur für politische Nachrichten und Politik Online.

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