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Parlamentswahlen in Dänemark : Liberale Opposition gewinnt, Rechtspopulisten legen stark zu

Lars Løkke Rasmussen, Führer der Oppositionspartei, wird wohl neuer dänischer Ministerpräsident. Bild: dpa

Machtwechsel in Dänemark: Das Lager  der sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Thorning-Schmidt hat bei der Parlamentswahl weniger Stimmen erhalten als das ihres Herausforderers Løkke Rasmussen. Die rechtspopulistische Volkspartei wird zweitstärkste Kraft.

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          In Dänemark gibt es einen Regierungswechsel. Bei der Parlamentswahl im Königreich konnte der bürgerliche blaue Block laut Endergebnis 90 Sitze gewinnen und könnte so eine Regierung bilden.  Die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt wurden mit 26,3 Prozent der Stimmen und 47 Sitzen stärkste Kraft. Ihr Mitte-links-Bündnis kam aber insgesamt nur auf 85 Sitze im Folketing, dem dänischen Ein-Kammer-Parlament. Noch am Wahlabend kündigte Thorning-Schmidt ihren Rücktritt als Ministerpräsidentin und Parteichefin an.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Damit dürfte der bisherige Oppositionsführer Lars Lökke Rasmussen von der liberalen Partei „Venstre“ der nächste Ministerpräsident Dänemarks werden, er war es bereits von 2009 bis 2011. Den Sieg seines blauen Blocks hat er allerdings vor allem den großen Gewinnen der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei zu verdanken. Sie erhielt  21,1 Prozent der Stimmen (37 Sitze) und wurde damit zur zweitstärksten Kraft im Parlament, sogar noch vor der „Venstre“, die deutlich verlor und nur  auf knapp 19,5 Prozent der Stimmen (34 Sitze) kam.

          Sieg der Opposition : Mitte-Rechtsbündnis gewinnt Parlamentswahl in Dänemark

          Vor der Wahl hatte es aus der Dänischen Volkspartei geheißen, man werde Rasmussen unterstützen, es galt aber als unwahrscheinlich, dass die Partei auch offiziell in eine Regierungskoalition eintreten werde. Am Abend sagte der Vorsitzende der Partei Kristian Thulesen Dahl: „Wir werden sehen müssen, wo und wie wir nach der Wahl am meisten Einfluss gewinnen können.

          Er sagte auch: „Dieser Tag ist ein Festtag, ein ganz phantastischer Festtag.“ Die Partei steht Europa und der Einwanderung äußerst kritisch gegenüber und hatte sich im Wahlkampf unter anderem dafür ausgesprochen, Dänemark für Flüchtlinge unattraktiv zu machen.

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