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Pariser Klimaziele : Dramatischer Aufschrei

Öl, Gas, Kohle: Die Förderung steigt und steigt. Bild: Reuters

Die Förderung fossiler Brennstoffe steigt und steigt. Die Pläne der Regierungen laufen den Pariser Klimazielen diametral entgegen. Das ist eine Farce.

          1 Min.

          Wenige Tage vor Beginn der Weltklimakonferenz in Glasgow veröffentlicht das UN-Umweltprogramm einen Bericht, der einem dramatischen Aufschrei gleichkommt: Regierungen wollten weltweit Öl, Gas und Kohle bis 2030 in einer Größenordnung fördern, die den Zielen des Pariser Klimaabkommens diametral entgegenläuft.

          Mit anderen Worten: Politiker verkünden langfristige Dekarbonisierungsziele, tatsächlich aber läuft die Politik vor allem der großen Emittenten auf eine kräftige Steigerung der Förderung fossiler Brennstoffe und deren Verbrennung hinaus. Eine Farce!

          In dem Bericht werden unter anderem Australien, Russland, Saudi-Arabien und die Vereinigten Staaten genannt. Auch der Braunkohleproduzent Deutschland bekommt sein Fett weg. Wie schwer es ist, Klimaziele in praktische Politik zu überführen, zeigen derweil auch die Aushandlungsprozesse in Washington: Der demokratische Senator aus einem Kohleförderstaat, dessen Wähler mit großer Mehrheit den Klimawandelleugner Trump gewählt haben, lässt Präsident Joe Biden auflaufen.

          Viele Bürger sind skeptisch, viele Regierungen führungsschwach. Politisch kann man das erklären. Nur auf das Minimum des Notwendigen begrenzen lässt sich die Erderwärmung so nicht.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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