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Auslandseinsätze : Mehr Soldaten nach Mali und in den Irak

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Active Fence, Türkei: Der syrische Bürgerkrieg findet seine Opfer auch in der Türkei. Mehrfach wurden Bewohner des Nato-Mitglieds durch Beschuss aus dem Nachbarland verletzt oder getötet. Aus Sorge vor den Raketen des syrischen Präsidenten Baschar al Assad hat die türkische Regierung die Allianz um Unterstützung beim Schutz des eigenen Luftraums gebeten. Seit 2013 teilen sich Amerika, die Niederlande und Deutschland die Aufgabe, die Nato-Südostflanke gegen syrische Angriffe aus der Luft zu verteidigen. Die Bundeswehr beteiligt sich mit bis zu 400 Soldaten und „Patriot“-Flugabwehrsystemen an der Mission sowie an den Awacs-Aufklärungsflügen über der Türkei. Aktuell sind 252 deutsche Soldaten in der Türkei. Der Einsatz soll jedoch noch in diesem Jahr beendet werden.

Unifil, Libanon: Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon (Unifil). Diese Mission zählt zu den ältesten in der Geschichte der Vereinten Nationen. Seit 1978 überwacht die Unifil die Grenze zwischen Israel und Libanon. Der Krieg 2006 zog die Erweiterung des Einsatzes um eine maritime Komponente nach sich. Sie sollte verhindern, dass Waffen ins Land gelangen – was daran scheiterte, dass die Nord- und Ostgrenze des Landes offen blieben. Außerdem sollte die libanesische Marine soweit geschult werden, dass sie diese Aufgabe eines Tages selbst übernehmen kann. Die Deutsche Marine beteiligt sich von Anfang an der maritimen Komponente. Im aktuellen Mandat, das bis zum 30. Juni 2016 gilt, sind bis zu 300 Bundeswehrsoldaten vorgesehen. Vor Ort befinden sich momentan 112 Einsatzkräfte. Sie dienen vor allem in der zyprischen Basis Limassol, in Beirut und in der libanesischen Marinebasis Jounieh, nördlich der libanesischen Hauptstadt.

RSM (Operation Resolute Support), Afghanistan: Die „International Security Assistance Force“(Isaf) ist Geschichte. Der Westen hat sein Ziel verfehlt, Afghanistan zu einem Hort der Freiheit und Stabilität zu formen. Zurück bleiben die rund 350.000 Angehörigen der afghanischen Armee und Polizei, die den Kampf gegen die Aufständischen weiterführen sollen. Eine Verlängerung und Erhöhung des Mandats auf bis zu 980 Soldaten soll im Dezember beschlossen werden. Die „Operation Resolute Support“ soll für eine Übergangszeit die Sicherheitskräfte des Landes weiter ausbilden, beraten und unterstützen. Insgesamt 12.000 Soldaten der Nato und verbündeter Staaten beteiligen sich an der Mission. Die Bundeswehr beteiligt sich mit bis zu 850 Soldaten. Sollte sich die Sicherheitslage dramatisch verschlechtern, stehen Kampfeinheiten in Deutschland bereit. Die Bundeswehr ist für den Norden des Landes verantwortlich. Ihr Hauptquartier befindet sich in Mazar-i-Sharif.

Unama (United Nation Assistance Mission in Afghanistan): Die Mission wurde am 28. März 2002 durch die Resolution 1401 des UN-Sicherheitsrates gegründet. Mit dieser Mission unterstützen die Vereinten Nationen die Regierung Afghanistans beim Auf- und Ausbau rechtsstaatlicher Strukturen und fördert die nationale Versöhnung. Aus Deutschland wurde ein Bundeswehrangehöriger entsandt. Die Basis hierfür bildet das sogenannte Bonner Abkommen.

Minurso, Westsahara: Mit der Sicherheitsresolution 690 richteten die Vereinten Nationen am 29. April 1991 die Mission Minurso (United Nations Mission for the Referendum in Western Sahara ) in der Westsahara ein. Ihre Hauptaufgabe ist es, den Waffenstillstand zwischen dem Königreich Marokko und der „Befreiungsbewegung“ Frente Polisario zu überwachen. Deutschland beteiligt sich mit bis zu 20 Bundeswehrangehörigen; derzeit sind vier Offiziere dort. Das Bundestagsmandat gilt bis zur Beendigung der Mission.

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