Paraguay : Der sanfte Putsch

Die lateinamerikanische Tradition, unbequem oder lästig gewordene Präsidenten aus dem Amt zu treiben, lebt noch immer fort, wie der Fall Lugo in Paraguay zeigt. Nur die Methoden sind etwas subtiler geworden.
In Lateinamerika hat das Modell des klassischen Militärputschs ausgedient, seit alle Staaten wieder Demokratien sind. Dennoch hat gut ein Dutzend regulär gewählter Präsidenten ihre Amtszeit nicht zu Ende bringen können. Manche haben durch eigenes Verschulden ihren vorzeitigen Abgang provoziert. Die meisten sind auf Druck gegnerischer politischer Kräfte aus dem Amt getrieben worden. Einige kamen dem durch Rücktritt zuvor. Die Methoden, mit denen der Sturz betrieben wurde, sind indes subtiler geworden. Es soll zumindest der Anschein erweckt werden, dass alles mit rechten demokratischen Dingen zugegangen sei.





