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Weihnachtsbotschaft : Papst warnt vor Zuspitzung in Jerusalem-Krise

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Papst Franziskus spendet den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ („der Stadt und dem Erdkreis“). Bild: AP

Trumps Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, hat viel Kritik ausgelöst. In seiner traditionellen Weihnachtsansprache geht auch Papst Franziskus auf den Konflikt ein – und bringt eine totgesagte Lösung ins Spiel.

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          Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsbotschaft auf die Jerusalem-Krise Bezug genommen und vor einer weiteren Zuspitzung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern gewarnt. „Wir beten, dass sich bei den Kontrahenten der Wille durchsetze, den Dialog wieder aufzunehmen, und dass man endlich zu einer Verhandlungslösung gelange, die innerhalb von miteinander vereinbarten und international anerkannten Grenzen eine friedliche Koexistenz zweier Staaten ermöglicht“, sagte der Pontifex am Montag auf dem Petersplatz in Rom. Danach spendete er von der Loggia des Petersdoms vor Zehntausenden Gläubigen den traditionellen „Urbi et Orbi“-Segen.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Der Schritt löste internationale Kritik aus und führte zu weiteren Unruhen. Die UN-Vollversammlung stimmte in einer nicht bindenden Resolution mit großer Mehrheit gegen eine solche Anerkennung.

          Als erster Staat will Guatemala der umstrittenen Entscheidung der Vereinigten Staaten folgen und seine Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen, wie der Präsident des Landes, Jimmy Morales, am Sonntag nach einem Gespräch mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ankündigte.

          Franziskus hob die bei seiner Botschaft am ersten Weihnachtsfeiertag die Bemühungen derer hervor, „die in der internationalen Gemeinschaft den guten Willen haben, jenem geplagten Land beizustehen, dass es trotz der schwerwiegenden Hindernisse zur langersehnten Eintracht, Gerechtigkeit und Sicherheit finde“.

          Der Pontifex ging vor allem auf das Leid der Kinder in Kriegen und Konflikten wie in Syrien, im Irak, im Jemen, im Südsudan, in Venezuela sowie in der Ukraine ein. Zudem rief Franziskus dazu auf, Migrantenkinder willkommen zu heißen. „Unser Herz möge nicht verschlossen sein, wie es die Häuser von Bethlehem waren“, sagte er.

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