https://www.faz.net/-gpf-8dy7o

Islam und Christentum : Papst und ägyptischer Großscheich wollen sich treffen

  • Aktualisiert am

Der Großscheich Ahmed Al Tayyeb (links) im April 2015 neben dem Koptischen Patriarchen Bild: dpa

Die Al-Azhar-Universität ist eine der wichtigsten Institutionen der islamischen Welt. Ihr Großscheich soll nun den Papst treffen. Und auch Deutschland wird der muslimische Geistliche besuchen

          Ahmed al Tayyeb, einer der wichtigsten islamischen Gelehrten, und Papst Franziskus planen ein Treffen, um angesichts des weltweiten Terrorismus die Zusammenarbeit zwischen Katholiken und sunnitischen Muslimen neu auszurichten. Am 19. März wird dazu der Großscheich der Kairoer Al-Azhar-Universität dazu im Vatikan erwartet. Das teilte die Universität Münster am Dienstag mit.

          Vom Vatikan war zunächst keine Bestätigung zu erhalten. Vorige Woche aber hatte der päpstliche Sekretär des interreligiösen Dialogs, Bischof Miguel Angel Ayuso Guixot MCCJ, in Kairo persönlich eine Einladung des Papstes überreicht.

          Al Tayyeb steht seit 2010 an der Spitze der Al-Azhar-Universität, die eines der wichtigsten Lehrinstitute für den sunnitischen Islam weltweit ist. Kontakte der Universität zum Vatikan bestehen seit 1998. Die Gespräche waren seitens der ägyptischen Hochschule jedoch 2011 abgebrochen worden. Grund war ein Appell von Papst Benedikt XVI. an Ägypten, die koptischen Christen besser vor Terror und Gewalt zu schützen.

          Der Großscheich reist im März nach Deutschland

          Wie Fides, die staatliche Nachrichtenagentur des Vatikans, berichtete, habe Bischof Guixot gesagt, man sei nach Kairo gegangen, „um unseren aufrichtigen Wunsch einer Wiederaufnahme der Kooperation zum Ausdruck zu bringen, die von unserer Seite nie unterbrochen wurden und auf die Bedeutung unserer Zusammenarbeit für das Gemeinwohl der ganzen Menschheit hervorzuheben.“ Von der Al Azhar hieß es in einer Verlautbarung, man sei sich „einig über die Notwendigkeit einer Zusammenkunft zur Überwindung der Aussetzung der bilateralen Gespräche.“ 

          Tayyeb reist auf Initiative der Universität Münster am 15. März nach Deutschland. Zunächst soll er in Berlin vor Bundestagsabgeordneten, Vertretern der Religionsgemeinschaften und Wissenschaftlern über das „Friedenspotenzial des Islam“ sprechen, bevor er am 16. März das Islamzentrum an der Universität Münster besucht.

          Es ist das zweite Mal überhaupt, dass Tayyeb nach Europa kommt. Vergangenen Juni reiste er zu einer Tagung katholischer und sunnitischer Spitzenvertreter nach Rom. Das Treffen wurde von der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio organisiert.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Torwartwechsel: Manuel Neuer (l.) verteidigt seine Position gegenüber Marc-Andre ter Stegen

          Ter Stegen gegen Neuer : Zeit für einen Torwartwechsel?

          Keine Position im Fußball wird so gerne diskutiert wie die zwischen den Pfosten. Nur wenige Torhüter haben den Nummer-1-Status in der Nationalmannschaft konservieren können – und es ins kollektive Gedächtnis geschafft.
          Michael Jürgs starb im Juli mit 74 Jahren

          Michael Jürgs’ letztes Buch : Wer tot ist, muss sehen, wo er bleibt

          Eine Seele wirft keinen Schatten: Der Journalist Michael Jürgs hat zwei Wochen vor seinem Ableben sein letztes Buch beendet. In „Post mortem“ surft er durchs Jenseits und trifft dort höchst lebendige Tote.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.