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Papst über möglichen Rücktritt : Franziskus will bei Krankheit abdanken

  • Aktualisiert am

Kabinenpredigt: Der Papst beantwortet im Flugzeug Fragen der Journalisten Bild: dpa

Den Rückflug aus Südkorea nutzt Papst Franziskus für private Geständnisse über Neurosen und seinen möglichen Rücktritt. Sehr am Herzen liegt ihm die Hinwendung der Katholischen Kirche nach Asien.

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          Papst Franziskus ist nach seinem fünftägigen Besuch Südkoreas zurück in Rom. Die Maschine mit dem Papst landete am frühen Montagabend auf dem Flughafen Rom-Ciampino. Franziskus hatte zum Abschluss seines ersten Besuchs in Asien die beiden verfeindeten Bruderstaaten Süd- und Nordkorea zur Aussöhnung aufgerufen. Gebetet werden solle für einen neuen Dialog auf der geteilten Halbinsel.

          Auf dem Rückflug machte der Papst auf einer Pressekonferenz vor den mitreisenden Journalisten erstmals Gedanken über seinen Tod öffentlich. Er deutete dabei auch einen Rücktritt an, falls seine gesundheitlichen Beschwerden überhand nehmen sollten.

          Der Rücktritt seines Vorgängers Benedikt XVI. im vergangenen Jahr habe „eine institutionelle Tür geöffnet“, sagte der 77 Jahre alte Papst am Montag. Von „einer Ausnahme“ könne nicht länger die Rede sein, „auch wenn das manchen Theologen nicht gefällt“.

          Falls auch er sich eines Tages nicht mehr in der Lage fühlen sollte, die katholische Kirche weiter zu führen, werde er „beten und das gleiche tun“ wie Benedikt, sagte der Papst.

          Der Argentinier Jorge Bergoglio war am 13. März 2013 zum Nachfolger des deutschen Papstes Benedikt XVI. gewählt worden, der im Februar aus Altersgründen seinen Rücktritt erklärt hatte.

          Inzwischen könne er mit seiner Popularität als Papst besser umgehen als zu Beginn, sagte Franziskus. Zu Beginn habe ihn die Zuneigung der Massen „ein wenig verängstigt“.

          Auf die Frage, welches Gefühl seine Beliebtheit inzwischen bei ihm auslöse, sagte das Kirchenoberhaupt: „Ich betrachte sie als eine Großzügigkeit des Volkes Gottes. Innerlich versuche ich, an meine Sünden zu denken, an meine Fehler, um nicht überheblich zu werden.“ Das dauere nämlich nicht lange, scherzte er mit Blick auf ein mögliches Ableben: „Zwei oder drei Jahre - und dann: ab ins Haus des Herrn!“

          Mit einem ungewöhnlichen Geständnis überraschte der Papst die Journalisten: „Ich habe einige Neurosen, zum Beispiel den Mate zu trinken jeden Tag“, sagte Franziskus bei seiner Fliegenden Pressekonferenz. Er habe einmal ein „sehr interessantes“ Buch mit dem Titel gelesen „Freu dich, neurotisch zu sein“, berichtete er. Ein paar Neurosen seien „sehr mit dem Leben verbunden“. Dazu gehöre auch, dass er 1975 letztmals für seinen Urlaub verreist sei und sich seither stets zuhause erhole.

          Auf Urlaub verzichtet er, Dienstreisen sollen aber weitere folgen. Papst Franziskus wäre nach eigenen Worten sofort zu einer Reise nach China bereit. „Ob ich nach China gehen möchte? Aber klar, morgen!“, sagte er. Die Kirche respektiere das chinesische Volk. Sie erbitte nur „Freiheit für ihre Aufgaben und ihren Zuständigkeitsbereich“. Daneben gebe es „keine anderen Bedingungen“.

          Der Heilige Stuhl sei „immer offen für Kontakte, denn er hegt ein echtes Wohlwollen gegenüber dem chinesischen Volk“, so der Papst. Er habe „viel gebetet für dieses gute und vornehme chinesische Volk“, sagte Franziskus. Er verwies auf die Rolle Chinas in der Geschichte der Wissenschaft und Philosophie. Auch der Jesuitenorden, dem er selbst angehört, habe „eine Geschichte dort“, sagte Franziskus unter Hinweis auf Matteo Ricci (1552-1610), einen italienischen Jesuiten und Begründer der christlichen Mission Chinas in der Neuzeit.

          Nächste Asien-Reise bereits gebucht

          Am Sonntag hatte Franziskus vor den Bischöfen der Föderation Asiatischer Bischofskonferenzen im südkoreanischen Haemi gesagt, er hoffe, dass jene Länder Asiens, die noch keine Beziehungen zum Heiligen Stuhl unterhielten, „nicht zögern, einen Dialog zum Wohl aller voranzutreiben“. Es gehe um einen „nicht nur ein politischen, sondern auch brüderlichen Dialog“. Christen kämen nicht als „Eroberer“, sondern respektierten nationale und kulturelle Identitäten. Franziskus hatte Asien eine „Priorität“ seines Pontifikats genannt.

          Auf dem Rückflug verwies Franziskus auch auf den Offenen Brief, mit dem Papst Benedikt XVI. 2007 zu einem Dialog zwischen örtlichen Katholiken und der Regierung in Peking aufgerufen hatte. Dieser Brief sei heute noch aktuell.

          Die nächste Asien-Reise ist bereits gebucht: Im Januar ist ein Besuch des Papstes auf den Philippinen und in Sri Lanka vorgesehen.

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