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Papst lehnt Rücktritt ab : Mit brüderlicher Zuneigung für Kardinal Marx

Reinhard Kardinal Marx und Papst Franziskus im Februar 2020 in Rom Bild: AFP

Franziskus nimmt das Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx nicht an. Die Absage verbindet der Papst mit viel Lob. Eine Betroffeneninitiative zeigt sich enttäuscht: Von einem radikalen Neuanfang sei damit nicht viel geblieben.

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          Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch von Reinhard Kardinal Marx abgelehnt. Der Erzbischof von München und Freising hatte es am 21. Mai im Vatikan unterbreitet und ein entsprechendes Bittschreiben an den Papst am 4. Juni öffentlich gemacht. Am Ende des dreiseitigen Antwortschreibens, das vom Presseamt des Vatikans am Donnerstag veröffentlicht wurde, verfügt der Papst „mit brüderlicher Zuneigung“: „Mach weiter, so wie Du es vorschlägst, aber als Erzbischof von München und Freising.“

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.
          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Mit der Anweisung aus Rom, einstweilen in München zu bleiben, ist hohes Lob des Papstes für Marx verbunden. Franziskus bedankt sich bei Marx für dessen Mut, mit seinem Rücktrittsgesuch Verantwortung für das systemische Versagen der Kirche beim Umgang mit dem Missbrauchsskandal und dessen Aufarbeitung zu übernehmen, will ihn aber gerade deswegen nicht aus der bischöflichen Verantwortung entlassen.

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