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Erzbischof von Paris : Der Zölibat kostet ihn das Amt

Erzbischof Michel Aupetit im April 2019 in Paris Bild: EPA

Der Pariser Erzbischof Aupetit hat zugegeben, gegen den Zölibat verstoßen zu haben. Der Papst nahm sein Rücktrittsgesuch an. Es sei jedoch kein Schuldeingeständnis, sondern eine „Geste der Demut“, sagt Aupetit.

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          Die katholische Kirche in Frankreich kommt nicht zur Ruhe. Am Donnerstag hat Papst Franziskus das Rücktrittsgesuchs des Pariser Erzbischofs Michel Aupetit angenommen. „Ich bitte diejenigen um Verzeihung, die ich verletzt haben mag“, schrieb Michel Aupetit in einem Kommuniqué unter der Überschrift „Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen“. Der 70 Jahre alte Kirchenmann hatte zu­gegeben, 2012 ein „doppeldeutiges Ver­hältnis zu einer Frau“ unterhalten zu haben, wie die Diözese mitteilte. Es habe sich aber nicht um eine „Liebesbeziehung“ oder eine „sexuelle Be­zie­hung“ gehandelt, hieß es weiter. Au­petit habe seine Vorgesetzten da­mals über das Verhältnis informiert.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          „Zunächst möchte ich sagen, dass mir die schwere Verwirrung der Gläubigen, die seit dem Brand von Notre Dame so viel durchgemacht haben, zu­tiefst leidtut“, sagte Aupetit im Radiosender Notre Dame, der vom Pariser Erzbistum betrieben wird. „Covid, der Missbrauchsbericht und jetzt auch noch dieser Zeitschriftenartikel, der mich stark infrage stellt“, sagte er. „Ich muss zugeben, dass ich selbst schockiert war, als ich ihn las und mich ge­fragt habe, ob wirklich so viele Menschen meinen Weggang wünschen“, er­läuterte er im Radio.

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