https://www.faz.net/-gpf-91o28

Nach Hurrikans in Amerika : Papst nennt Leugner des Klimawandels „dumm“ und „stur“

  • Aktualisiert am

Der Papst spricht vor Journalisten auf dem Rückflug von seiner Kolumbienreise Bild: dpa

Die Verwüstungen durch Hurrikans in Mittel- und Nordamerika lassen das katholische Kirchenoberhaupt zu biblischen Vergleichen greifen. Mit seiner deutlichen Kritik an Klimaleugnern hat er wohl einen ganz bestimmten Mann im Blick.

          Angesichts der zerstörerischen Hurrikan-Serie in der Karibik, den Vereinigten Staaten und Mexiko hat Papst Franziskus Leugner des Klimawandels als „dumm“ gebrandmarkt. Diejenigen, die den Klimawandel anzweifelten, sollten sich an Wissenschaftler wenden und diese befragen, sagte Franziskus am Montag auf dem Rückflug von Kolumbien nach Rom vor Journalisten. Die Experten seien „sehr klar, sehr präzise“.

          Ihm komme ein Satz aus dem Alten Testament in den Sinn, in dem der Mensch als „dumm“, „stur“ und „blind“ beschrieben werde, sagte Franziskus. Dabei habe jeder einzelne Mensch und Politiker eine „moralische Verantwortung“, dem Rat der Wissenschaftler zu folgen. Diese hätten klar dargelegt, was zu tun sei, um die Erderwärmung aufzuhalten. „Wir müssen das ernst nehmen, es ist eine Sache, über die keine Scherze gemacht werden können.“ 

          „Das sind keine aus der Luft gegriffenen Meinungen“, sagte Franziskus. Die Geschichte werde über die Entscheidungen der Verantwortlichen „richten“, fügte er hinzu.

          Der Papst ist ein leidenschaftlicher Unterstützer der Bemühungen, den Klimawandel und seine Folgen vor allem für benachteiligte Gruppen zu stoppen. Beobachter sehen in seinen regelmäßigen kritischen Kommentaren einen Angriff auf die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen.

          Weitere Themen

          Macron will Einkommensteuer „deutlich“ senken

          Antwort auf „Gelbwesten“ : Macron will Einkommensteuer „deutlich“ senken

          „Regieren bedeutet, die Wut der Bürger zu akzeptieren“, sagte Frankreichs Präsident bei einer Pressekonferenz, bei der Macron ankündigte, welche Zugeständnisse er an die „Gelbwesten“ plant. Er schlägt Steuersenkungen, höhere Renten und Dezentralisierung vor. Die Franzosen sollen aber auch länger arbeiten.

          Joe Biden tritt offiziell als Präsidentschaftskandidat an Video-Seite öffnen

          Trump beleidigt Ex-Vize schon : Joe Biden tritt offiziell als Präsidentschaftskandidat an

          Ex-Vizepräsident Joe Biden steigt in den Präsidentschaftswahlkampf der Demokraten ein. Es ist bereits der dritte Anlauf des inzwischen 76-Jährigen auf das höchste Staatsamt. Er dürfte vor allem die Demokraten begeistern, die denken, nur ein Kandidat könne Trump schlagen, der bei weißen Arbeitern punkten kann.

          Worum es bei ihrem Treffen geht Video-Seite öffnen

          Kim und Putin : Worum es bei ihrem Treffen geht

          Beim Gipfel mit Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un um eine Vertiefung der Beziehungen bemüht. Nordkorea ist dringend auf Rohstoff- und Energielieferungen aus dem Ausland angewiesen, Moskau wiederum will Amerika in Ostasien in ihre Schranken weisen.

          Topmeldungen

          Gibt es eine „verlorenen Mitte“? Rechtspopulistische und antidemokratische Einstellungen sind in der deutschen Bevölkerung einer aktuellen Studie zufolge
weiter tief verwurzelt.

          Studie zu Vorbehalten gegen Asylbewerber : Wo der Daumen links ist

          Die Wachsamkeit gegenüber Rechtsextremismus kann nicht groß genug sein. Doch es ist ein Ärgernis, dass Studien dazu missbraucht werden, die Gefährdung der Mitte einseitig darzustellen.
          Frankreichs Präsident Emmanuel Macron während der Pressekonferenz im Elysée-Palast

          FAZ Plus Artikel: Macron schließt Elitehochschule : Das Ende der Enarchie

          Die Elitehochschule Ena gilt vielen Franzosen als Brutstätte einer abgehobenen politischen Führungsschicht. Präsident Macron will die staatliche Verwaltungshochschule jetzt abschaffen. Das ist ein Paukenschlag – und wird doch nichts an den Gründen für den Zorn der Bürger ändern.

          Video an Hauswand gestreamt : Rammstein würdigt Kraftwerk

          Es ist ihr zweiter spektakulärer Coup in gut einem Monat: Rammstein hat die zweite Single aus ihrem neuen Album präsentiert. Auf einer Berliner Straßenkreuzung ließ die Band das Video „Radio“ auf eine Hauswand streamen – rund 1000 Fans waren begeistert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.