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Besuch in der Türkei : Ein bescheidener Papst fährt Renault

Kopfkuss: Papst Franziskus bei Bartholomaios I, dem Ökumenischen Patriarchen in Istanbul Bild: AP

Franziskus war bereits das vierte Oberhaupt der katholischen Kirche, das die Türkei besucht. Seine im Land nicht sonderlich beachtete Visite war fast schon Routine.

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          Als Metropolit von Bursa und Abt des griechisch-orthodoxen Klosters auf der Insel Halki, vor allem aber als ein kluger und mitteilsamer Gesprächspartner ist Elpidophoros Lambriniadis einer der bekanntesten Geistlichen des Ökumenischen Patriarchats in Istanbul. Der Gottesmann mit dem klingenden Namen, ein türkischer Staatsbürger und Angehöriger der kleinen in Istanbul verbliebenen griechischen Minderheit gilt vielen sogar als künftiger Patriarch. In den vergangenen Wochen waren die Ansichten des Bischofs besonders gefragt, schließlich stand der Besuch von Papst Franziskus in Ankara und Istanbul bevor.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Auch wenn es bereits die vierte Reise eines Papstes in die Türkei war, versprach Franziskus’ Aufenthalt immer noch etwas Besonderes zu werden. Würde sich die Lage der christlichen Minderheiten in der Türkei, die trotz einiger Erleichterungen in den vergangenen zehn Jahren immer noch alles andere als zufriedenstellend ist, durch Franziskus’ Reise entscheidend bessern? Elpidophoros Lambriniadis bemühte sich, die Erwartungen zu dämpfen. Es gebe keine spezifische, praktische Erwartung des Ökumenischen Patriarchats an die Gespräche des Papstes in Ankara und Istanbul, sagte der Bischof in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Papst besuche das Oberhaupt der orthodoxen Kirche, wie es auch schon seine drei Vorgänger Paul VI. 1967, Johannes Paul II. 1979 und zuletzt im Jahr 2006 Benedikt der XVI. getan hätten. „Was wir erwarten, ist, dass in der zu veröffentlichenden gemeinsamen Erklärung einige gemeinsame Sorgen der beiden Kirchen zur Sprache kommen“, sagte der Bischof und nannte als Beispiele die Verfolgung der Christenheit und den Frieden in der Region.

          Doch das Ökumenische Patriarchat hat auch einige ganz spezifische Forderungen – nicht an den Papst, der für die Erfüllung nicht zuständig ist, sondern an den türkischen Staat. Ganz oben auf der Liste steht seit Jahrzehnten die Wiedereröffnung des orthodoxen Priesterseminars auf Halki, dessen Schließung 1971 vom türkischen Staat erzwungen wurde. Der Fall Halki ist längst ein internationales Politikum. Barack Obama hat sich für die Wiedereröffnung eingesetzt, die EU forderte dasselbe in ihren Fortschrittsberichten zur Türkei. „Ich weiß nicht, wann genau unsere Regierung die Wiedereröffnung unserer Schule beschließen wird, aber ich bin mir sicher, dass die Behörden die Bedeutung nicht ignorieren können, die die gesamte Welt diesem Thema beimisst“, antwortete Elpidophoros Lambriniadis auf die Frage, ob die Gespräche des Papstes mit dem türkischen Staatspräsidenten Tayyip Erdogan und Regierungschef Ahmet Davutoglu dem alten Missstand der geschlossenen Lehranstalt wohl abhelfen könnten. Weiter sagte er: „Für mich ist es sehr wichtig, dass meine Regierung erkennt, wie nützlich es für mein Land und das Volk der Türkei ist, einen Fehler der Vergangenheit, also die Schließung des einzigen Priesterseminars für christliche Bildung, zu korrigieren.“

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