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Franziskus in Kasachstan : Die Religion und die Mächtigen

Papst Franziskus begrüßt am 14. September 2022 im kasachischen Nur-Sultan den Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Metropolit Antonij. Bild: via REUTERS

Ein Treffen zwischen Papst Franziskus und Patriarch Kirill scheint in immer weitere Ferne zu rücken. Eine Friedensmission nach Moskau auch.

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          Der Papst reist im Rollstuhl. An diesen Anblick hat sich die Welt seit dem Besuch in Kanada Ende Juli gewöhnt. Auch die Auftritte in Nur-Sultan, wo Franziskus am VII. Weltkongress der Religionen teilnahm, absolvierte der Papst meist im Rollstuhl sitzend. Das Treffen der Führer „Weltweiter und traditioneller Religionen“, das alle drei Jahre in Kasachstan stattfindet, hatte der damalige Präsident Nursultan Nasarbajew im Jahre 2003 ins Leben gerufen. Am diesjährigen Treffen, das wegen der Pandemie um ein Jahr hatte verschoben werden müssen, nahmen rund hundert Delegationen aus fünfzig Ländern teil. Erstmals auch ein Papst.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Zum Auftakt der Begegnung bekräftigte Franziskus am Mittwochmorgen die grundsätzliche Ablehnung der Gewalt als Mittel der Konfliktlösung. Religion dürfe nicht für Machtzwecke missbraucht werden, sagte der Papst: „Rechtfertigen wir niemals Gewalt. Das Heilige darf nicht zur Stütze der Macht werden, und die Macht darf sich nicht auf das Heilige stützen.“ Es sei verfehlt, der Religion Misstrauen oder gar Verachtung entgegenzubringen, denn in Wahrheit seien „Religionen nicht ein Problem, sondern Teil der Lösung für ein harmonischeres Zusammenleben“, sagte Franziskus.

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