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Der Papst im Irak : Ein ehrlicher Bote des Friedens

Papst Franziskus am 5. März verlässt nach seiner Ankunft in Bagdad das Flugzeug. Bild: dpa

Bei seiner Reise in den Irak wirbt der Papst für den Dialog mit den Muslimen. Sein Besuch ist ein Meilenstein in den Beziehungen der römischen Kirche mit der islamischen Welt.

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          Die Reise von Papst Franziskus in den Irak erfüllt einen doppelten Zweck: Sie ist ein Meilenstein in den Beziehungen der römischen Kirche mit der islamischen Welt, und sie lenkt den Blick auf die schwindende Zahl der Christen im Irak. Die Reise in Zeiten der Pandemie in ein anschlagsgefährdetes Gebiet zeugt vom Mut des Papstes. Die Iraker, Christen wie Muslime und Jesiden, danken es dem Bischof von Rom, indem sie ihn mit offen Armen empfangen.

          Sie alle nehmen ihn als einen ehrlichen Boten aus dem Westen wahr, als einen, der Versöhnung stiftet und ihnen die Hand reicht. Während gerade die Muslime seinem Vorgänger, dem eher kühlen Intellektuellen Benedikt XVI., reserviert begegnet sind, gilt Franziskus auch vielen Muslimen als ein Zeugnis der Menschlichkeit. 

          Von seiner Reise geht ein weiterer Impuls für den interreligiösen Dialog aus. Bisher hatte sich Franziskus mit sunnitischen Muslimen ausgetauscht, mit dem Kairoer Großscheich al Tayyeb und mit dem marokkanischen König. In einem weiteren Schritt will er im Irak die schiitischen Muslime an dem Dialog beteiligen. In dem geht es dem Papst darum, dass sich Gläubige unterschiedlicher Religionen, die aus unterschiedlichen Quellen schöpfen, als Geschwister begegnen.

          Er will sie in einer Geschwisterlichkeit, die über Solidarität hinausgeht, einander näher bringen. In einer Zeit, in der sich in Europa die Fronten zwischen den Mehrheitsgesellschaften und den Muslimen verhärten, leistet Franziskus damit einen wichtigen Beitrag, doch ein friedliches Zusammenleben der Religionen zu ermöglichen.

          Daneben lenkt der Papst die Aufmerksamkeit auf die Christen im Irak. Nicht zu Unrecht klagen sie, dem Westen seien sie gleichgültig geworden. Nun spricht ihnen der Papst Mut zu, ihre Heimat nicht zu verlassen, so schrecklich die Erinnerung an den Terror des IS auch sein mag. Den guten Worten müssen mehr konkrete Hilfen folgen. Mit seiner Reise in ein von Krieg und Gewalt gezeichnetes Land sendet der Papst das Signal, gegenüber dem Leiden anderer, unabhängig von ihrem Glauben, nicht gleichgültig zu bleiben.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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