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Machtkampf in Venezuela : Papst schreibt Brief an „Senor“ Maduro

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Papst Franziskus Anfang Februar bei seiner Ankunft am Flughafen von Abu Dhabi. Er war der erste Papst, der die Arabische Halbinsel besucht hat. Bild: dpa

Papst Franziskus hat offenbar einen Brief an den Venezuelas Staatschef Maduro geschrieben. Darin wirft er diesem vor, Zusagen nicht eingehalten zu haben. Maduro hatte den Papst zuvor um Vermittlungshilfe gebeten.

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          Papst Franziskus hat laut einem Medienbericht einen Brief an Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro geschrieben. Der Heilige Stuhl habe sich in den vergangenen Jahren immer wieder um Vermittlung bemüht, sämtliche Initiativen seien jedoch unterbrochen worden, da „keine konkreten Gesten zur Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen folgten“, zitiert die italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“ den Papst. Franziskus habe mit einem zweieinhalbseitigen Brief an „Senor“ – nicht Präsident – Maduro auf dessen Vermittlungsbitte an den Vatikan geantwortet, so die Zeitung.

          Der Papst erklärt demnach in einem auf den siebten Februar datierten Schreiben, er habe Vermittlung immer befürwortet, jedoch nur in einem Dialog, indem „die verschiedenen Konfliktparteien das Gemeinwohl über jegliche anderen Interessen stellen und für Einheit und Frieden arbeiten“. Die Situation in Venezuela beunruhige ihn sehr, bekräftigt das Kirchenoberhaupt in dem Brief abermals. Er sei besorgt angesichts des „Leides des großherzigen venezolanischen Volks, das kein Ende zu nehmen scheint“, zitiert das Blatt Franziskus.

          Das vatikanische Staatssekretariat hatte am Montag eine Delegation von Venezuelas Oppositionsführer und selbst ernanntem Interimspräsidenten Juan Guaidó im Vatikan empfangen. Das bestätigte Papstsprecher Alessandro Gisotti nach dem Treffen, ohne Angaben zu den Teilnehmern zu machen. Es sei abermals auf eine „gerechte und friedliche Lösung“ gedrängt worden, um die „Krise im Respekt vor den Menschenrechten“ zu lösen und „Blutvergießen zu verhindern“.

          Vatikanstaatssekretär Pietro Parolin hatte kurz zuvor abermals betont, dass sich für eine Lösung der Krise beide Parteien bewegen müssten, „bevor sich der Heilige Stuhl entscheidet, Teil des Dialogs zu werden“. Auf die Frage, ob der Vatikan den konservativen Guaidó als Interimspräsidenten anerkennen könnte, sagte Parolin: „Der Papst hat klar gemacht, dass der Heilige Stuhl bis jetzt noch keine Stellung bezieht.“ Franziskus hatte zu Monatsbeginn bestätigt, dass der Heilige Stuhl für eine mögliche Vermittlung bereit stehe. Gleichzeitig dämpfte er Erwartungen des umstrittenen Präsidenten Nicolás Maduro.

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