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Papst in der Osternacht : Gläubige sollen sich nicht vom „Meer der Probleme“ wegtragen lassen

  • Aktualisiert am

Ein nachdenklicher Papst Franziskus fordert die Gläubigen dazu auf, weniger häufig an die Schattenseiten des Lebens zu denken. Bild: dpa

Papst Franziskus rät Gläubigen zu mehr Lebensfreude, statt sich allein der Ausweglosigkeit zuzuwenden. Ostern sei die Zeit der Hoffnung.

          Papst Franziskus hat die Gläubigen in der Osternacht dazu ermuntert, sich nicht in Unzufriedenheit und Hoffnungslosigkeit zu verlieren. „Manchmal wenden wir uns ausschließlich unseren Problemen zu, die nie ausgehen“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt in seiner Predigt bei der Vigilfeier am Samstagabend im Petersdom. „Wir bitten um die Gnade, nicht von der Strömung, vom Meer der Probleme weggetragen zu werden; nicht an den Felsen der Sünde und auf den Klippen des Misstrauens und der Angst zu zerschellen.“

          Der Gottesdienst in der Osternacht markiert den Übergang vom Karsamstag zum Ostersonntag. Dabei wird an die Auferstehung von Jesus von den Toten nach christlicher Überlieferung erinnert. Der Übergang von Tod zu Auferstehung prägt traditionell auch die Gestaltung des Osternachts-Gottesdienstes: Zu Beginn zieht der Papst mit einer Kerze in den dunklen Petersdom ein, dann entzünden auch die Gläubigen Kerzen. Erst dann geht das Licht an.

          „Geben wir dem Lebendigen einen zentralen Platz im Leben“

          Ostern gebe Anlass zur Hoffnung, machte der Papst klar. Oft scheine es, als würden unternommene Schritte nie ihr Ziel erreichen. „Man könnte auf den Gedanken kommen, dass die Enttäuschung aller Hoffnung das dunkle Gesetz des Lebens sei“, sagte der 82 Jahre alte Argentinier. Doch es sei das Misstrauen, das der Hoffnung im Wege stehe. „Geben wir dem Lebendigen einen zentralen Platz im Leben.“

          „Wenn man den Gedanken zulässt, dass alles schiefgeht und dass das Schlechte nie aufhört, dann glauben wir schließlich, dass der Tod stärker ist als das Leben, und wir werden zynisch und spöttisch, krankhafte Entmutigung befällt uns“, warnte der Pontifex. „Stein für Stein errichten wir in uns eine Gedenkstätte der Unzufriedenheit, ein Grab der Hoffnung.“ Er rief die Gläubigen auf, die Hoffnung nicht zu begraben. Die Geschichte von Jesus mache klar, dass der „Übergang von der Verschlossenheit zur Gemeinschaft, von der Trostlosigkeit zur Tröstung, von der Angst zum Vertrauen“ möglich sei.

          Der Gottesdienst in der Osternacht markiert den Übergang vom Karsamstag zum Ostersonntag. Dabei wird an die Auferstehung Jesus nach christlicher Überlieferung erinnert. Ostern ist für den christlichen Glauben das zentrale Fest. Über die Feiertage kommen jedes Jahr Hunderttausende Menschen nach Rom. Am Ende der Osterfeierlichkeiten im Vatikan steht am Sonntag die traditionelle Ostermesse auf dem Petersplatz und der Segen „Urbi et Orbi“.

          Auch im Heiligen Land werden am Sonntag Tausende Christen aus aller Welt zu den Osterfeierlichkeiten erwartet. In der Grabeskirche in der Jerusalemer Altstadt werden mehrere Messen zelebriert. Die Kirche steht an der Stelle, wo Jesus nach christlicher Überlieferung gestorben und wieder auferstanden ist. Die Polizei befand sich bereits im Vorfeld der Feiertage in erhöhter Alarmbereitschaft.

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