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Kuba und Amerika : Franziskus hocherfreut über „historische Entscheidung“

  • -Aktualisiert am

Papst Franziskus: Einsatz aus humanitären Gründen und gute Kontakte nach Kuba Bild: dpa

Mit Briefen und Telefonaten hat Papst Franziskus entscheidend an der Annäherung zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten mitgewirkt. Die diplomatische Operation des Argentiniers im Vatikan war vom Erfolg gekrönt. Er hatte gute Berater.

          Wahrscheinlich war es das schönste Geschenk, das Papst Franziskus am Mittwoch zum 78. Geburtstag entgegen nehmen konnte: Die Vereinigten Staaten und Kuba nehmen ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf. Franziskus äußerte sich „hoch erfreut über die historische Entscheidung“. An der hatte er aktiv mitgewirkt, seit sich der amerikanische Außenminister John Kerry, ein gläubiger Katholik, im Januar mit der Bitte an ihn gewandt hatte, die Freilassung von Alan Gross zu vermitteln.

          Damit begann die diplomatische Mission des Argentiniers Franziskus, der sich auf Kuba gut auskennt. Franziskus ist befreundet mit dem Erzbischof von Havanna, Jaime Lucas Ortega, und mit dem einflussreichen katholischen Historiker und Stadtrestaurator Havannas, Eusebio Leal Spengler. Zudem hat Franziskus als Jesuit gute Kontakte zu seinen Ordensbrüdern auf der Insel.

          Kundige Berater

          Auch im Vatikan kann sich Franziskus auf kundige Berater stützen: Sein Staatssekretär Pietro Kardinal Parolin war Nuntius in Venezuela. Dessen Stellvertreter Erzbischof Angelo Becciu vertrat den Vatikan in diplomatischer Mission erst in Washington und dann in Havanna, wo er vor seiner Rückkehr nach Rom den Kuba-Besuch von Benedikt XVI. im Jahr 2012 vorbereitete. Benedikt traf Staatschef Raúl Castro und dessen Bruder Fidel. Das habe ihm die Familie Castro hoch angerechnet und den Beziehungen zwischen Kuba und Vatikan geholfen, heißt es.

          Im Sommer schrieb Benedikts Nachfolger Franziskus einen persönlichen Brief an den amerikanischen Präsidenten Barack Obama, mit dem er Ende März in einer Audienz in Rom auch über die kubanisch-amerikanischen Beziehungen gesprochen haben soll. Ein zweites Schreiben richtete Franziskus an den kubanischen Präsidenten. Er habe beide Regierungen zu direkten Gesprächen eingeladen, um „humanitäre Probleme von gemeinsamem Interesse zu lösen, darunter die Lage von gewissen Gefangenen, sowie um eine neue Phase in den Beziehungen beider Seiten einzuleiten“, heißt es in einem Kommuniqué des vatikanischen Staatssekretariats vom Mittwochabend.

          Es folgten offenbar einige Telefonate des Papstes, bis im Oktober auf „neutralem Boden“ im Kirchenstaat direkte Verhandlungen zwischen amerikanischen und kubanischen Vertretern begannen. Als Kerry Anfang der Woche in Rom Kardinal Parolin abermals traf, war die Verständigung erreicht. Die Gespräche im Vatikan hätten „für beide Seiten befriedigende Lösungen“ hervorgebracht.

          Der Heilige Stuhl werde weiterhin alle Initiativen Kubas und Amerikas unterstützen, die einer Intensivierung der beiderseitigen Beziehungen und dem Wohl der Bürger dienen. Schon lange hatte sich der Heilige Stuhl für ein Ende der amerikanischen Sanktionen eingesetzt. Papst Johannes Paul II. sagte bei seinem Besuch auf der Insel 1998: „Kuba sollte sich der Welt öffnen, und die Welt sollte sich Kuba öffnen“. Papst Benedikt sprach sich für eine Öffnung und die Zulassung der „grundlegenden Freiheitsrechte“ in Kuba aus. Er kritisierte auch das amerikanische Embargo: Die „von außen auferlegten wirtschaftlichen Beschränkungen“ Kubas seien eine „unfaire Belastung“ für die Menschen.

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