https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/papst-europa-befeuert-migration-mit-ruestungsexporten-16118419.html

Rüstungsexporte : Papst: Europa befeuert Migration

  • Aktualisiert am

Papst Franziskus (hier am Sonntag auf dem Rückflug von Marokko nach Rom) nimmt Europa in Sachen Migration und Rüstungsexporte in die Pflicht. Bild: dpa

Nicht nur die Bundesregierung diskutiert das Thema Rüstungsexporte. Nun hat auch Papst Franziskus das Thema aufgegriffen – und ganz Europa in die Verantwortung genommen.

          1 Min.

          Papst Franziskus hat europäischen Regierungen beim Versuch, Migration einzudämmen, Inkonsequenz vorgeworfen. Zuallererst müsse sichergestellt werden, „dass die Menschen, die migrieren, die vor Krieg und Hunger flüchten, dies nicht tun müssen. Aber wenn ein so großzügiges Europa Waffen verkauft, an den Jemen, um Kinder zu töten. Wie kann Europa da konsequent sein?“, kritisierte das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag in der Pressekonferenz während des Rückflugs von der marokkanischen Hauptstadt Rabat nach Rom.

          Der Papst sprach damit ein heikles Thema an, bei dem auch die Bundesregierung zuletzt im Fokus stand. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass die große Koalition in ihrem ersten Amtsjahr Rüstungslieferungen im Wert von rund 400 Millionen Euro an die von Saudi-Arabien geführte Jemen-Kriegsallianz genehmigt hatte – trotz eines von Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbarten teilweisen Exportstopps.

          Hauptempfänger waren die beiden Länder, die am aktivsten in den Jemen-Krieg eingegriffen haben: Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Krieg hat in dem Land auf der arabischen Halbinsel eine riesige humanitäre Krise ausgelöst.

          Europa müsse in die Bildung und wirtschaftliche Entwicklung ärmerer Länder investieren, um „Migration nicht mit Gewalt, sondern mit Großzügigkeit“ zu stoppen, forderte Franziskus. Das sei auch ein Ansatz, den Bundeskanzlerin Angela Merkel vorangetrieben habe.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Patricia Schlesinger bei einem Fototermin im Dezember 2020

          RBB-Skandal : Luxustrip nach London, Generalstaatsanwalt am Zug

          Der RBB will zum Schlesinger-Skandal selbst recherchieren. Auf Anfragen von außen gibt der Sender keine Auskunft, etwa zum Kurztrip der Ex-Intendantin nach London. Strafrechtliche Ermittlungen führt nun der Generalstaatsanwalt.
          Straßenszene aus der Stadt Borodjanka: Der ukrainische Dichter Tara Schwetschenko blickt im Juni 2022 auf von russischer Artillerie zerstörte Wohnhäuser.

          Der Ukrainekrieg und wir : Deutschlands verlorene Wette gegen die Geschichte

          Wie wir über den Angriffskrieg gegen die Ukraine sprechen, entscheidet nicht nur über Inklusion oder Exklusion Russlands. Die Debatte wirft auch ein grelles Licht auf das Defizit an historischer und kulturwissenschaftlicher Informiertheit in Deutschland. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.