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Nach Verurteilung : Papst entlässt in Missbrauch verwickelten Erzbischof von Adelaide

  • Aktualisiert am

Vom Papst entlassen: Erzbischof von Adelaide Philip Wilson. Bild: Reuters

Der Erzbischof Philip Wilson wurde vor einigen Wochen wegen der Vertuschung von Missbrauchsfällen zu zwölf Monaten Haft verurteilt. Nun hat der Papst seinen Amtsverzicht angenommen.

          Papst Franziskus hat den in einen Missbrauchskandal verwickelten Erzbischof Philip Wilson im australischen Adelaide entlassen. Wie der Vatikan am Montag mitteilte, nahm der Papst den angebotenen Amtsverzicht Wilsons an. Lange Zeit hatte der 67 Jahre alte Wilson einen Rücktritt abgelehnt.

          In den vergangenen Tagen hatten Australiens Premierminister John Turnbull und der Nationale Priesterrat an Franziskus appelliert, Wilson zu entlassen. Der Erzbischof von Adelaide war vor vier Wochen von einem Gericht in Newcastle wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen zu zwölf Monaten Haft verurteilt worden. Wilson ist der bislang ranghöchste katholische Geistliche, der wegen Vertuschung sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde.

          Australiens katholische Bischofskonferenz erklärte am Montagabend, Wilson sei „für seine Arbeit zur Unterstützung der Opfer und der Betroffenen von sexuellem Missbrauch während seiner Zeit als Bischof von Wollongong, Erzbischof von Adelaide und Vorsitzender der Bischofskonferenz gelobt worden“. Er habe sich aber nun entschieden, nach seiner Verurteilung nicht länger als Erzbischof tätig sein zu können, weil dies vor allem den Betroffenen wie auch der Erzdiözese Adelaide „Schmerzen und Leid“ verursache.

          Auch Kardinal George Pell vor Gericht

          Wilson, der sein Amt als Erzbischof seit seiner Verurteilung ruhen ließ, lehnte einen Rücktritt lange Zeit ab. „Mir ist bewusst, dass es viele Forderungen nach meinem Rücktritt gibt, und ich nehme sie sehr ernst“, sagte er noch vor etwa zwei Wochen. Er nehme jedoch sein Berufungsrecht in Anspruch, und solange das juristische Verfahren nicht abgeschlossen sei, beabsichtige er nicht zurückzutreten.

          Derzeit steht in Australien auch Kurienkardinal George Pell (77) vor Gericht. Dem Leiter des vatikanischen Wirtschaftssekretariates wird vorgeworfen, als junger Priester in den 70er Jahren und später als Erzbischof von Melbourne sexuell übergriffig geworden zu sein. Für die Dauer des Prozesses in Melbourne ist Pell von seinem vatikanischen Posten beurlaubt.

          Am Wochenende teilte der Vatikan zudem das Ausscheiden des früheren Erzbischofs von Washington, Theodore McCarrick (88), aus dem Kardinalskollegium mit. Auch ihm werden sexuelle Übergriffe zur Last gelegt.

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