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Missbrauch in der Kirche : Papst beruft weltweite Bischofskonferenz ein

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Papst Franziskus äußert sich bei einem Treffen mit Mitgliedern des italienischen Elternverbandes im Vatikan. Bild: dpa

Zunächst äußerte sich Papst Franziskus zu den Missbrauchsvorwürfen nur vorsichtig. Doch nachdem immer mehr Fälle durch Untersuchungsausschüsse aufgedeckt wurden, reagiert das katholische Kirchenoberhaupt mit einer ungewöhnlichen Maßnahme.

          Papst Franziskus will sich im Februar mit den Chefs der weltweiten katholischen Bischofskonferenzen im Vatikan über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche beraten. Das Treffen „zum Thema Kinderschutz“ finde vom 21. bis 24. Februar im Vatikan statt, sagte die vatikanische Vizesprecherin Paloma Garcia Ovejero am Mittwoch bei einem Pressebriefing.

          Es ist das erste Mal, das Papst Franziskus die Leiter aller Bischofskonferenzen zum Thema Missbrauch versammelt. Mehrere Bischöfe hatten Franziskus Ende August wegen der Skandale zur Einberufung einer Sondersynode aufgefordert.

          Der Papst habe nach seinen Beratungen mit dem Kardinalsrat entschieden, eine internationale Versammlung der Spitzen der katholischen Bischofskonferenzen einzuberufen, um „über die Vorbeugung von Missbrauch verletzlicher Minderjähriger und Erwachsenen“ zu sprechen, sagte Ovejero. Sie verlas eine entsprechende Mitteilung des Kardinalsrates zum Ende der dreitätigen Beratungsrunde an diesem Mittwoch.

          Kardinäle bestreiten ein Fehlverhalten

          Demnach war beim 26. Treffen des Rates gemeinsam mit dem Papst das Thema Missbrauch „ausführlich“ besprochen worden. Der Bostoner Kardinal Sean Patrick O'Malley, Vorsitzender der päpstlichen Kinderschutzkommission und Mitglied im Kardinalsrat, informierte über die Arbeiten der Kommission.

          Ovejero betonte abermals, die Kardinäle hätten dem Papst in der aktuellen Krise Unterstützung zugesichert. Zu eventuellen weiteren Klärungen durch den Heiligen Stuhl könne sie nichts sagen. Der Kardinalsrat habe entsprechende Klärungen angekündigt, nicht der Heilige Stuhl, so die Vizesprecherin des Vatikan.

          Zu angekündigten möglichen personellen Änderungen im Rat sagte die Vizesprecherin nichts. Das Gremium werde sich vom 10. bis 12. Dezember wiederholt treffen; dazu seien alle neun Mitglieder eingeladen. Von ihnen stehen zwei derzeit unter besonderem öffentlichen Druck: George Pell (77), beurlaubter Leiter des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, steht in seinem Heimatland Australien wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht. Dem Chilenen Francisco Javier Errazuriz (85) werfen Missbrauchsopfer vor, als Erzbischof von Santiago die Strafverfolgung sexueller Vergehen behindert zu haben.

          Beide Kardinäle bestreiten ein Fehlverhalten. Sie nahmen an den jüngsten Sitzungen nicht teil. Italienischen Medienberichten zufolge könnten sie den Rat verlassen, ebenso wie Kardinal Laurent Monsengwo Pasinya aus der Demokratischen Republik Kongo (78); bei ihm solle aber allein das Alter der Grund sein. Auch Monsengwo war nicht zum jüngsten Treffen gekommen. Aus Deutschland ist der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Münchens Kardinal Reinhard Marx (64), im Kardinalsrat.

          Der von Franziskus 2013 ins Leben gerufene sogenannte Kardinalsrat soll den Papst bei der Kurienreform und der Zusammenarbeit zwischen Bischofskonferenzen und Vatikan unterstützen. Ein Entwurf der neuen apostolischen Konstitution der römischen Kurie mit dem Arbeitstitel „Praedicate evangelium“ sei Franziskus überreicht worden, so Ovejero.

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