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Rettungsschiff für Flüchtlinge : Jetzt entzieht auch Panama „Aquarius 2“ die Flagge

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Das Rettungsschiff „Aquarius“ im Juni 2018 im Mittelmeer zwischen Lampedusa und Tunesien Bild: AFP

Nachdem Gibraltar dem Rettungsschiff „Aquarius“ die Registrierung entzog, konnte das Schiff erst unter neuem Namen und panamaischer Flagge seine Hilfsarbeit wieder aufnehmen. Das könnte jetzt vorbei sein.

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          Auf Druck der italienischen Regierung entzieht Panama dem Flüchtlings-Rettungsschiff „Aquarius 2“ die Flagge und damit die Zulassung. Das teilte die Schifffahrtsbehörde Panama am Sonntag mit. Somit würde das letzte private Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer lahmgelegt werden, nachdem zuvor bereits Gibraltar dem Schiff – damals noch nur „Aquarius“ – die Registrierung entzogen hatte. Grund sei eine Beschwerde der italienischen Behörden. Diese hätten gemeldet, der Kapitän des Schiffes habe sich geweigert, die Flüchtlinge an ihren Herkunftsort zurückzubringen.

          Salvini verfolgt seit Antritt der neuen italienischen Regierung im Juni eine Null-Toleranz-Politik gegen Migranten, die mit Booten versuchen, illegal Italiens Küsten zu erreichen. Der Minister der Rechtspartei Lega will diejenigen anzeigen, die illegale Einwanderung begünstigten. Zugleich bestritt er, in irgendeiner Weise auf Panama Druck ausgeübt zu haben. „Ich kenne nicht einmal die Vorwahl von Panama“, schrieb er. Die „Aquarius 2“ hatte am Sonntag vor Libyen weitere Migranten in Seenot aufgenommen. Bisher ist allerdings unklar, wohin sie fahren wird.

          Hilfsorganisationen auf dem Mittelmeer haben entsetzt auf diese Vorhaben reagiert. „Die Ankündigung verurteilt Hunderte Männer, Frauen und Kinder, die verzweifelt versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, zu einem nassen Grab“, schrieben Ärzte ohne Grenzen (MSF) auf Twitter. Die Organisation SOS Méditerranée forderte die EU-Regierungen auf, zugunsten der „Aquarius“ zu intervenieren. Der italienische Innenminister Matteo Salvini bestritt, Druck auf Panama ausgeübt zu haben.

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