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Vom Gazastreifen aus : Palästinenser schießen Raketen auf Israel

  • Aktualisiert am

Eine Rakete hat ein Haus im südlichen Gazastreifen getroffen und zerstört. Bild: Reuters

Zum ersten Mal seit dem Gaza-Krieg 2014 haben militante Palästinenser Raketen auf Israels Küstenmetropole Tel Aviv geschossen. Israels Luftwaffe bombardiert daraufhin Ziele im Gazastreifen.

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          Der Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen ist abermals gefährlich eskaliert. Nach dem ersten palästinensischen Raketenangriff auf die Küstenmetropole Tel Aviv seit dem Gaza-Krieg 2014 bombardierte Israels Luftwaffe in der Nacht zum Freitag rund 100 Ziele in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden dabei in Rafah im Süden des Küstenstreifens vier Menschen verletzt.

          Militante Palästinenser im Gazastreifen setzten am Freitag die Raketenangriffe auf Israel fort. Am Morgen wurden nach Armeeangaben vier Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. In der Grenzstadt Sderot heulten Alarmsirenen.

          Auf einem Schulhof in der Stadt wurden nach Angaben der Stadtverwaltung Überreste einer Abwehrrakete gefunden. Insgesamt seien seit Donnerstagabend elf Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert worden, sagte ein israelischer Militärsprecher. Etwa die Hälfte davon habe die Raketenabwehr abgefangen.

          Am Abend hatten militante Palästinenser überraschend erstmals seit dem Gaza-Krieg 2014 zwei Raketen auf Tel Aviv abgefeuert. Es gab jedoch weder Sachschaden noch Verletzte. Die israelische Armee teilte mit, entgegen Medienberichten sei keines der Geschosse von der Raketenabwehr abgefangen worden. Eine der Raketen schlug nach Medienberichten auf offenem Gebiet ein und die andere brach offenbar noch im Flug auseinander.

          Israels Militär machte die im Gazastreifen herrschende Hamas für die Angriffe verantwortlich. Die Hamas sowie die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad wiesen jedoch die Verantwortung für die Angriffe zurück.

          Die neue Eskalation geschah weniger als einen Monat vor der Parlamentswahl in Israel. Politische Rivalen werfen dem Regierungschef Benjamin Netanjahu vor, er gehe nicht entschlossen genug gegen die Hamas vor. Netanjahu, der auch Israels Verteidigungsminister ist, hielt am Donnerstagabend im Militärhauptquartier in Tel Aviv eine Dringlichkeitssitzung ab.

          Aus palästinensischen Sicherheitskreisen hieß es, eine ranghohe ägyptische Geheimdienstdelegation sei am Donnerstagabend nach Gesprächen mit Hamas-Führern im Gazastreifen wieder abgereist. Bei den Gesprächen sei es darum gegangen, eine im vergangenen Jahr vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und den militanten Palästinenserorganisationen zu stärken. Diese war zuletzt zunehmend brüchig geworden.

          Schon im November war der Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinenserorganisationen in dem blockierten Küstenstreifen gefährlich eskaliert. Fast 500 Raketen und Mörsergranaten wurden auf Israel abgefeuert. Dabei wurde ein Mann in Israel getötet, bei heftigen israelischen Gegenangriffen kamen sieben Palästinenser ums Leben. Gegen eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe gab es seitdem mehrere Verstöße.

          Die Hamas wird von Israel, den Vereinigten Staaten und der EU als Terrororganisation eingestuft. Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen dies mit Sicherheitsinteressen. Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom.

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