https://www.faz.net/-gpf-8oq3g

Palästina : Gewaltsame Zusammenstöße in Bethlehem

  • Aktualisiert am

Ein palästinensischer Demonstrant diskutiert als Weihnachtsmann verkleidet mit israelischen Polizisten Bild: dpa

Israelische Sicherheitskräfte sind in Bethlehem gegen die Teilnehmer eines Weihnachtsprotestmarsches vorgegangen. Mehrere Personen wurden verletzt.

          2 Min.

          In Bethlehem ist es am Freitag zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der israelischen Armee gekommen. Wie die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma'an“ am Freitagabend berichtete, gingen israelische Sicherheitskräfte mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Teilnehmer eines Weihnachtsprotestmarsches in der Nähe des Checkpoints Rachelsgrab vor.

          Laut Bericht wurden mehrere Personen verletzt, darunter fünf Journalisten. Mehrere Personen litten unter den Folgen des Tränengases. Der Marsch stand unter dem Motto „Terrorismus und Besatzung sind zwei Seiten derselben Medaille“. Die Demonstranten, viele von ihnen als Weihnachtsmänner verkleidet, forderten von Israel die Öffnung der Checkpoints während der Feiertagsperiode, um christlichen Touristen das Feiern von Weihnachten am Geburtsort Jesu zu erleichtern. Ein Sprecher der israelischen Grenzpolizei sagte gegenüber „Ma'an“, 15 Männer hätten Steine auf die israelischen Soldaten geworfen. Zwei Soldaten wurden demnach leicht verletzt.

          Zuvor hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) das sofortige Ende israelischer Siedlungsbauten in den Palästinensergebieten gefordert. Für eine entsprechende Resolution votierten am Freitag 14 Mitgliedsstaaten. Die Vereinigten Staaten enthielten sich überraschend. Bei den Siedlungen handele es sich um eine Bedrohung der Zwei-Staaten-Lösung, hieß es in dem Text. Neuseeland, Malaysia, Venezuela und der Senegal hatten die Initiative eingebracht.

          Israel wies sie umgehend und mit deutlichen Worten zurück. Die Regierung in Jerusalem werde sich nicht an die Resolution halten, teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit. Das Votum sei „schändlich und anti-israelisch“. Netanjahu setze nun auf den künftigen amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Seine Regierung freue sich darauf, gemeinsam mit Trump die nachteiligen Auswirkungen dieser absurden Resolution zu bekämpfen.

          Amerika enthält sich : UN-Sicherheitsrat fordert Stopp von Israels Siedlungsbau

          Abbas: „Schwerer Schlag für Israels Politik“

          Ein Sprecher von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas bezeichnete das UN-Votum als einen „schweren Schlag für Israels Politik“. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, dass der Sicherheitsrat noch einmal bestätigt habe, was schon lange die Position der Regierung in Berlin sei: „Siedlungsbau in den besetzten Gebieten behindert die Möglichkeit eines Friedensprozesses und gefährdet die Grundlagen der Zwei-Staaten-Lösung.“ Er sei der festen Überzeugung, dass nur eine verhandelte Lösung dauerhaft Frieden bringen könne.

          Das Votum des Sicherheitsrates ist angenommen, wenn mindestens neun der 15 Mitglieder des Gremiums dafür stimmen. Zudem darf es kein Veto von Russland, Frankreich, China, den Vereinigten Staaten oder Großbritannien – den ständigen Mitgliedern – geben.

          Weitere Themen

          Frau aus Deutschland unter Kongsberg-Opfern

          Gewalttat in Norwegen : Frau aus Deutschland unter Kongsberg-Opfern

          Die Frau habe seit längerem in Norwegen gelebt, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amts mit. Unterdessen wachsen bei den norwegischen Ermittlern die Zweifel daran, dass der Angriff mit Pfeil und Bogen terroristisch motiviert war.

          Dutzende Tote bei Explosionen in Moschee Video-Seite öffnen

          Kandahar : Dutzende Tote bei Explosionen in Moschee

          Bei Explosionen in einer Moschee in der afghanischen Stadt Kandahar sind dutzende Menschen getötet worden, mehr als 50 weitere wurden verletzt. Vor einer Woche erst waren bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in Kundus mehrere dutzend Menschen getötet worden.

          Topmeldungen

          David Amess am 13. Juni 2015 in Villepinte bei Paris

          David Amess im Porträt : Ein echter „East End boy“

          David Amess hat sich hochgearbeitet: vom Londoner Arbeiterviertel bis ins Parlament. Er suchte immer den direkten Kontakt zu seinen Wählern. Dass er ausgerechnet bei einer Bürgersprechstunde ermordet wurde, erschüttert viele Briten.
          Nicht ganz zufrieden: Gladbachs Kapitän Lars Stindl

          1:1 gegen Stuttgart : Gladbach bleibt in der Mitte hängen

          Die Borussia wollte mit einem Heimsieg in der Tabelle der Bundesliga nach oben klettern. Daraus wird nichts. Gegen dezimierte Stuttgarter geraten die Gladbacher gar in Rückstand, gleichen aber noch aus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.