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Pakistan : Zwei Deutsche unter den Opfern des Anschlags in Peshawar

  • Aktualisiert am

Bild: afp

Bei dem Anschlag auf das Fünf-Sterne-Hotel Pearl Continental im pakistanischen Peshawar sind mindestens 18 Menschen getötet worden. Unter den Verletzten sind auch zwei Deutsche.

          Bei dem Selbstmordanschlag mit 18 Toten auf ein Luxushotel im pakistanischen Peshawar sind auch zwei Deutsche verletzt worden. Eine Mitarbeiterin der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) schwebt nach Unicef-Angaben vom Mittwoch aber nach einer Operation wegen Splitterwunden nicht in Lebensgefahr, ein Deutscher konnte sich aus dem zerstörten Hotel in Sicherheit bringen. Die Provinzregierung vermutete Taliban hinter der Bluttat.

          Die verletzte GTZ-Mitarbeiterin sollte drei Monate für das UN-Kinderhilfswerk Unicef ätig sein, wie ein Sprecher der Organisation in Deutschland sagte. Sie habe Splitterwunden an Armen, Beinen und an der Hüfte erlitten. Die Frau wurde in Peshawar operiert und war auf dem Weg zu einer weiteren Operation in Islamabad. Sobald sich ihr Zustand stabilisiert habe, sollte sie nach Deutschland ausgeflogen werden.

          Nach Angaben eines Fotografen der Nachrichtenagentur AFP trug der Deutsche eine Verletzung an der Stirn davon. Eine Foto zeigte ihn, wie er das Hotel mit einem Verband am Kopf verließ. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes konnte am Mittwoch lediglich bestätigen, dass eine Deutsche verletzt wurde.

          Eingestürztes Hotel Pearl Continental

          Die Zahl der Toten nach dem Anschlag auf das Fünf-Sterne-Hotel Pearl Continental erhöhte sich am Mittwoch auf 18. Fünf weitere Leichen wurden aus den Trümmern geborgen, wie die Polizei mitteilte. Insgesamt wurden demnach mindestens 57 Menschen verletzt. Unter den Toten waren weitere UN-Mitarbeiter: ein Serbe, eine Philippinin und drei Pakistaner. Am Mittwochmorgen wurden weitere Leichen aus den Trümmern des Pearl Continental Hotels geborgen, in dem viele ausländische Gäste logieren. Bis zu zehn Menschen könnten noch unter den Trümmern begraben sein, sagte ein Polizeivertreter.

          Anscheinend Vergeltung für Militäroffensive

          Mindestens zwei Attentäter waren nach Polizeiangaben am Dienstagabend mit einem mit mehr als 500 Kilogramm Sprengstoff beladenen Geländewagen auf das Gelände des stark gesicherten Hotels gefahren und sprengten sich dort in die Luft. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte den Anschlag.

          Zunächst bezichtigte sich niemand des Anschlags. Jedoch hatten die radikal-islamischen Taliban mit Rache-Anschlägen wegen der Militär-Offensive im Swat-Tal gedroht. In Peshawar war es das siebte Attentat innerhalb eines Monats. Im September waren bei einem Selbstmordanschlag auf das Marriott-Hotel in Pakistans Hauptstadt Islamabad 60 Menschen ums Leben gekommen.

          Im Nordwesten Pakistans weitete indes die Armee ihre Angriffe gegen die Taliban aus. Neben den Bezirken Unter-Dir, Buner und Swat gebe es nun einen Einsatz im Bezirk Bannu östlich von dem an Afghanistan grenzenden Stammesgebiet Waziristan, sagte ein Militärvertreter. Um Jani Khel gehe die Armee mit Artillerie und Kampfhubschraubern gegen Aufständische vor, dabei seien „Dutzende“ Islamisten getötet worden.

          Peshawar liegt in der Nähe des Swat-Tals nahe der afghanischen Grenze. Dort liefert sich die pakistanische Armee seit Wochen heftige Gefechte mit den Taliban. Dabei sind mehr als 1300 Extremisten und 105 Soldaten getötet worden.

          Der afghanische Präsident Hamid Karzai erklärte, der „barbarische Angriff gegen Zivilisten“ nahe der pakistanisch-afghanischen Grenze mache abermals deutlich, dass der Terrorismus nur länderübergreifend bekämpft werden könne. Karzai hatte Pakistan in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen, nicht ausreichend gegen Islamisten vorzugehen.

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