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Pakistan : Regierung setzt Richter wieder ins Amt ein

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Juristen und Oppositionsanhänger feiern die Wiedereinsetzung Chaudhrys in Islamabad
          1 Min.

          Die pakistanische Regierung lenkt im Konflikt um den abgesetzten obersten Richter des Landes ein. Premierminister Yousuf Raza Gilani kündigte am frühen Montagmorgen in einer Fernsehansprache die Wiedereinsetzung des Obersten Richters Iftikhar Chaudhry und der anderen abgesetzten Richter in ihre Ämter an. Chaudhry werde am 21. März wieder auf seinem Posten sein, sagte Gilani. Zu diesem Termin werde der jetzige Oberste Richter in den Ruhestand gehen.

          Chaudhry war 2007 vom damaligen Militärmachthaber Pervez Musharraf entlassen worden. Vor dem Haus des Richters in Islamabad feierten Hunderte seiner Anhänger den Rückzieher der Regierung.

          Schlagstöcken und Tränengas

          Am Streit über den Umgang mit den geschassten Richtern war im August die Koalition aus der Pakistanischen Volkspartei (PPP) von Staatspräsident Asif Ali Zardari und der PML-N von Nawaz Sharif zerbrochen, denn Zardari hatte die Forderung der PML-N nach bedingungsloser Wiedereinsetzung der Juristen nicht erfüllt (siehe auch: Unruhen und Desinformation: In Pakistan tobt ein Machtkampf).

          Sharif war mit seinen Anhängern zu einem Protestmarsch von Lahore in die Hauptstadt Islamabad aufgebrochen, um die Wiedereinsetzung des regierungskritischen Richters Chaudhry zu erzwingen. Nach blutigen Straßenschlachten zwischen Anhängern der pakistanischen Opposition und Sicherheitskräften stellte sich Sharif an die Spitze der Proteste.

          Die Polizei war am Sonntag in der ostpakistanischen Metropole Lahore mit Schlagstöcken und Tränengas gegen Steine werfende Demonstranten vorgegangen. Zahlreiche Menschen wurden festgenommen. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach Sharif unter Hausarrest gestellt worden sei. Die Regierung wies das jedoch zurück.

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