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Pakistan : Musharraf lehnt UN-Untersuchung im Mordfall Bhutto ab

  • Aktualisiert am

Der Mord an Oppositionsführerin Benazir Bhutto ist noch nicht aufgeklärt Bild: AP

Der pakistanische Präsident Musharraf hat Ermittlungen der Vereinten Nationen zur Aufklärung des Mordes an Oppositionsführerin Benazir Bhutto ausgeschlossen. In einem Zeitungsinterview gab Musharraf der Ermordeten eine Mitschuld an ihrem Tod.

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          Pakistans Präsident Pervez Musharraf hat Ermittlungen der Vereinten Nationen zur Aufklärung des Mordes an Oppositionsführerin Benazir Bhutto ausgeschlossen. Eine internationale Untersuchung sei schon deshalb nicht nötig, weil kein anderes Land hinter dem Attentat stecke, sagte Musharraf in einem Interview der französischen Zeitung „Le Figaro“.

          „Pakistan ist nicht der Libanon“, ergänzte der Staatschef. Bhuttos Partei hatte eine UN-Untersuchung wie die im Mordfall des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri gefordert. Viele Libanesen beschuldigen Syrien wegen des Attentats im Jahr 2005. Die Führung in Damaskus hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

          Keine Militäreinsätze amerikanischer Truppen

          Bhutto trifft nach Musharrafs Ansicht eine Mitschuld an ihrem Tod. „Sie war gewarnt. Aber sie setzte sich darüber hinweg. Nur sie richtete sich auf und reckte sich aus dem Wagen. Jemand hätte sie davon abhalten müssen.“ Bhutto fiel am 27. Dezember in der pakistanischen Garnisonsstadr Rawalpindi einem Attentat zum Opfer.

          Der pakistanische Präsident will nach eigenem Bekunden alles tun, um die für den 18. Februar angesetzte Wahl fair durchzuführen. „Ich verspreche, dass alles korrekt ablaufen wird. Die Fanatiker werden niemals die Macht in Pakistan übernehmen.“ Musharraf nannte den amerikanischen Präsidenten George W. Bush einen „Freund“, den er „sehr vermissen“ werde. Weder diesem noch der kommenden amerikanischen Regierung will Musharraf allerdings erlauben, militärische Aktionen auf pakistanischem Boden durchzuführen. „Militäreinsätze werden von uns durchgeführt, von sonst niemandem“, sagte Musharraf dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

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