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Pakistan : „Keine Festnahme von CIA-Helfern“

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Der pakistanische Armeechef Ashfaq Kayani (rechts) neben dem pakistanischen Geheimdienstchef Ahmed Pasha im Juni in Islamabad Bild: dapd

Der pakistanische Geheimdienst soll fünf einheimische Informanten der CIA festgenommen haben. Einer der Männer sei der Besitzers des Hauses, von dem aus Usama Bin Ladin beobachtet wurde, hieß es in einem amerikanischen Medienbericht. Die pakistanische Armee wies diese Angaben zurück.

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          Die pakistanische Armee hat einen amerikanischen Medienbericht zurückgewiesen, dem zufolge ihr Geheimdienst ISI Informanten verhaftet hat, die Washington bei der Suche nach Usama Bin Ladin geholfen haben. Der Bericht sei „falsch und völlig gegenstandslos“, teilte ein Armeesprecher am Mittwoch in der Garnisonsstadt Rawalpindi mit. Es habe keine Festnahmen gegeben, versicherte er.

          Die Online-Ausgabe der „New York Times“ hatte mit Bezug auf anonyme amerikanische Quellen berichtet, dass unter anderen ein Major der pakistanischen Armee festgenommen worden sei, der im Frühjahr vor dem Haus Bin Ladins in der Garnisonsstadt Abbottabad Besucher beobachtet haben soll. Die Verhaftungen der insgesamt fünf Informanten, über deren Aufenthaltsort es keine Informationen gebe, seien auch von CIA-Chef Panetta am vergangenen Wochenende in Islamabad erörtert worden, hieß es weiter.

          Die Zeitung wertete die Verhaftung als weiteren Beleg für die Verschlechterung der amerikanisch-pakistanischen Beziehungen. Schon in der vergangenen Woche hatten sich die beiden Regierungen öffentlich widersprochen, als Islamabad den Tod des Al-Qaida-Kommandeurs Ilyas Kashmiri meldete, was Washington nicht bestätigen mochte.

          Zwei Drittel der in Pakistan arbeitenden amerikanischen Militärausbilder des Landes verwiesen

          Etwa gleichzeitig verwies Islamabad zwei Drittel der in Pakistan arbeitenden amerikanischen Militärausbilder des Landes. Im Mai war die Tötung des Al-Qaida-Führers in Abbottabad durch ein amerikanisches Einsatzkommando öffentlich als Verletzung der Souveränitätsrechte kritisiert worden. Die Regierung in Islamabad steht nicht zuletzt wegen der zur Routine gewordenen amerikanischen Drohnenangriffe auf Extremistenverstecke in den Stammesgebieten unter Druck der Bevölkerung.

          Am Mittwoch schlugen abermals zwei Raketen ein, die vermutlich von einer amerikanischen Drohne abgefeuert wurden. Nach pakistanischen Medienberichten zerstörten sie ein Gebäude in der südwasirischen Stadt Wana und töteten mindestens neun Personen.

          Bei einer Anhörung des Geheimdienstausschusses des amerikanischen Senats in der vorigen Woche hatte der stellvertretende CIA-Direktor Morell auf die Frage, wie er die Kooperation Pakistans beim Kampf gegen Terroristen auf einer Skala von eins bis zehn einschätzen würde, geantwortet: „Drei.“ Ranghohe amerikanische Geheimdienstmitarbeiter beklagen, dass es immer schwieriger werde, für CIA-Mitarbeiter und amerikanische Ausbilder pakistanischer Sonderkommandos die erforderlichen pakistanischen Visa zu erhalten. Zudem weigere sich der ISI faktisch, Überwachungsaufgaben für die CIA zu erfüllen.

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