https://www.faz.net/-gpf-xrvc

Pakistan : Gouverneur von Punjab erschossen

  • Aktualisiert am

Salman Taseer Bild: dapd

Bei einem Anschlag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ist am Dienstag der Gouverneur der Provinz Punjab von seinem eigenen Leibwächter erschossen worden. Taseer war ein führendes Mitglied der regierenden Volkspartei.

          In Pakistan ist der Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, erschossen worden. Laut Polizei wurde Taseer von einem Mitglied seiner handverlesenen Truppe von Leibwächtern niedergeschossen, nachdem er das ein Einkaufszentrum erreicht hatte. Augenzeugen berichteten, die Schüsse seien gefallen, als der Gouverneur aus dem Auto gestiegen sei. Taseer sei zusammengebrochen, und Polizisten hätten das Feuer auf den Attentäter eröffnet. Der Verdächtige wurde festgenommen. Ob er verwundet wurde, war zunächst unklar.

          Ministerpräsident Yousuf Reza Gilani ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden außerdem fünf Menschen verletzt.

          Führendes Mitglied der regierenden PPP

          Der als moderater Politiker geltende Taseer wurde offenbar ermordet, weil er sich gegen Gotteslästerungsgesetze ausgesprochen hatte. Der Täter habe die Tat gestanden und als Motiv Taseers Widerstand gegen das Blasphemiegesetz genannt, sagte Malik. Polizei und Anti-Terror-Kräfte riegelten den Tatort nach dem Anschlag ab.

          Taseer war ein führendes Mitglied der regierenden Volkspartei und galt als enger Vertrauter von Präsident Asif Ali Zardari, dem Witwer Benazir Bhuttos. Er hatte sich jüngst gegen das umstrittene Blasphemie-Gesetz seines Landes ausgesprochen. Radikale Muslime in dem Land verteidigen das Gesetz und haben Kritiker deswegen attackiert.

          Taseer war ein führendes Mitglied der regierenden Pakistanischen Volkspartei (PPP). Von 2007 bis 2008 war er unter der Regierung von Pervez Musharraf Industrie- und Produktionsminister. In Pakistan herrscht eine Regierungskrise, nachdem ein Koalitionspartner der PPP am Wochenende die Zusammenarbeit aufgekündigt hatte. Die PPP kündigte nach dem Attentat auf Taseer eine zweiwöchige Trauerzeit an.

          Weitere Themen

          Macron weist Brexit-Pläne von Johnson zurück Video-Seite öffnen

          Klare Absage : Macron weist Brexit-Pläne von Johnson zurück

          Macron hat vor seinem Treffen mit dem britische Premierminister Johnson dess Brexit-Plänen eine klare Absage erteilt. Eine Neuverhandlung des Austritts-Abkommens sei keine Option, sagte der französische Präsident .

          Topmeldungen

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Gedächtnisschwäche und Meinungsbildung

          Grönland-Debatte, Fleischkonsum oder Greta Thunberg: Schaffen die Medien unsere Wirklichkeit, oder bilden sie diese nur ab? Das war das eigentliche Thema dieses Abends, der an fast vergessene Ereignisse der letzten Wochen erinnerte.
          Glück im Spiel, Pech an der Börse? Gamer auf der Gamescom in Köln

          Gamescom : Gamer haben an der Börse keinen Spaß

          Das vergangene Jahr war für viele Entwicklerfirmen ein schlechtes Jahr. Das lag vor allem an einem Spiel. Warum Analysten trotzdem weiterhin auf die Gaming-Papiere setzen.

          Eintracht Frankfurt : Wie ein Achtelfinale

          Eintracht-Torhüter Kevin Trapp erwartet ein „großes“ Play-off-Hinspiel bei Racing Straßburg und misst ihm besondere Bedeutung bei. Rund um das Stadion gelten für die rund 1200 Anhänger besondere Auflagen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.