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Pakistan : Abermals Anschlag in Rawalpindi

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Bild: reuters

Bei einem Selbstmordanschlag in der pakistanischen Garnisonsstadt Rawalpindi sind mindestens 30 Menschen getötet und mehrere Dutzend verletzt worden. Wegen der Terrorattacken kündigten die Vereinten Nationen inzwischen an, Mitarbeiter aus dem Nordwesten des Landes abzuziehen.

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          Bei einem Selbstmordanschlag in der pakistanischen Garnisonsstadt Rawalpindi sind am Montag mindestens 30 Menschen getötet und mehrere Dutzend verletzt worden. Zunächst blieb unklar, ob sich der Bombenanschlag gegen ein Hotel richtete oder gegen eine nahe gelegene Bank, vor der Sicherheitskräfte und Beamte Schlange standen, um ihre Gehaltsschecks einzulösen.

          Einem Polizeisprecher zufolge schleuderte der Angreifer zunächst eine Granate in Richtung der Wartenden und sprengte danach sich selber in die Luft. Das Gelände gilt als militärisch gesichert. Erst vor vier Wochen hatten Extremisten das nahe gelegene Armeehauptquartier in Rawalpindi angegriffen, Geiseln genommen und sich lange Feuergefechte mit Soldaten geliefert. Dabei gab es gab 19 Tote. Zunächst bezichtigte sich keine Gruppe des jüngsten Anschlags, jedoch ist anzunehmen, dass er auf die pakistanischen Taliban zurückgeht, die seit einem Monat ihre Terroraktivitäten beträchtlich verstärkt haben.

          UN zieht Mitarbeiter ab

          Wegen der fast täglichen Bombenanschläge und Angriffe kündigten die Vereinten Nationen inzwischen an, einen Teil ihrer entsandten Mitarbeiter aus dem Nordwesten des Landes abzuziehen. Nur UN-Kräfte, die für „essentielle“ Aufgaben wie Sicherheitsmaßnahmen und Flüchtlingsnothilfe benötigt würden, sollten in der Nordwestgrenzprovinz und den anschließenden Stammesgebieten bleiben. Wie viele Mitarbeiter von der Weisung des UN-Generalsekretärs betroffen sind, wurde am Montag nicht mitgeteilt. Anfang Oktober wurde das Gebäude des UN-Welternährungsprogramms in Islamabad angegriffen. In den vergangenen zwei Jahren sind in Pakistan bei Anschlägen beinahe 2400 Menschen ums Leben gekommen.

          Spuren des Terrors in Rawalpindi

          Die Regierung in Islamabad, die derzeit die Armee eine Bodenoffensive, an der gut 30.000 Soldaten beteiligt sind, gegen die „Tehrik-e-Taliban Pakistan“ (TTP) im südwasirischen Gebiet der Stammesgebiete durchführen lässt, setzte am Montag Kopfgelder auf die TTP-Führer aus. Für Hinweise, die zur Ergreifung oder zum Tod Hakimullah Mehsuds oder seiner engsten Mitstreiter führen, sollen umgerechnet 400 000 Euro gezahlt werden, hieß es in Zeitungsanzeigen.

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