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Oxfam warnt : Fünf Millionen droht Hungersnot im Südsudan

  • Aktualisiert am

Ein Mädchen in einem Camp für Vertriebene in der Nähe der Stadt Kadugli im Südsudan. Bild: AFP

Nicht nur der andauernde Bürgerkrieg sorgt dafür, dass im Südsudan jeder zweite von Hunger bedroht ist. Die internationale Hilfe fließt nur spärlich und wird bald nicht mehr ausreichen, mahnt Oxfam.

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          Im Südsudan droht fast fünf Millionen Menschen – und damit rund jedem zweiten Bewohner des zentralafrikanischen Landes – eine Hungersnot. In der besonders schwer vom Bürgerkrieg, Überschwemmungen und Schädlingsbefall betroffenen Stadt Pibor hungere die Bevölkerung bereits, teilte die Entwicklungsorganisation Oxfam mit. Bewohner berichteten, sie müssten für ihre Familie als Nahrung Gräser und Unkraut auskochen, erklärte der Landesdirektor der Organisation, Nicolo Di Marzo, am Dienstag in Berlin.

          Missernten, erste Überschwemmungen im bevorstehenden Monsun und Schädlingsbefall von Nutzpflanzen verschärften die Lage. Nach UN-Angaben sind sieben der gut zehn Millionen Südsudanesen auf Hilfe angewiesen. Vier Millionen sind im eigenen Land auf der Flucht. Von den 1,7 Milliarden-Dollar (rund 1,46 Milliarden Euro), die die Vereinten Nationen für die Nothilfe im Land veranschlagen, sind bislang erst 22 Prozent zugesagt worden.

          Hilfsorganisationen kommen in Bedrängnis

          Di Marzo warnte, bisher habe internationale Hilfe die Hungersnot in Grenzen halten können – aber der Bedarf steige in einem Maße, dass Hilfsorganisationen kaum Schritt halten könnten. Um Menschenleben zu retten, müsse die internationale Hilfe jetzt umgehend aufgestockt werden.

          Vier Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs in dem zentralafrikanischen Staat sind die Reserven der meisten Menschen aufgebraucht. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. Auch die jüngste Runde der Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und Rebellengruppen endete ohne Ergebnis. „Ohne Frieden wird der Hunger nicht aufhören, den Südsudan heimzusuchen“, so Di Marzo.

          Trotz seiner Bodenschätze, vor allem Erdöl, ist die Armut im Südsudan groß. Hinzu kommt eine Vielzahl an sozialen und politischen Konflikten. Seit 2013 liefert sich Präsident Salva Kiir einen blutigen Machtkampf mit seinem Herausforderer Riek Machar. Eine jüngste Runde der Friedensgespräche in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ging laut Oxfam ohne Ergebnisse zuende.

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