https://www.faz.net/-gpf-7sflu

Ukraine-Konflikt : Zahlreiche ukrainische Soldaten bei Kämpfen getötet

  • Aktualisiert am

Die prorussischen Separatisten sollen nun auch mit geheimdienstlichen Mitteln bekämpft werden Bild: REUTERS

Mindestens drei Zivilisten sind bei Luftangriffen auf die von prorussischen Separatisten besetzte Stadt Donezk im Osten der Ukraine getötet worden. Laut Armee kamen bei dem Kämpfen seit Dienstag zudem 18 ukrainische Soldaten ums Leben.

          3 Min.

          Bei Kämpfen im Osten der Ukraine sind nach Militärangaben 18 ukrainische Soldaten binnen 24 Stunden getötet worden. 54 weitere seien verletzt worden, sagte Armeesprecher Andrej Lyssenko am Mittwoch. Das ukrainische Militär liefert sich seit Wochen heftige Kämpfe mit den prorussischen Rebellen im Osten des Landes.

          Unterdessen wurde in der Nacht zu Mittwoch die Rebellenhochburg Donezk Ziel eines Luftangriffs. Nach Angaben der Stadtverwaltung gab es keine Opfer. Zunächst war unklar, wer für den Angriff verantwortlich war. Andere Quellen sprachen von drei toten Zivilisten und schrieben den Angriff der ukrainischen Luftwaffe zu.Es handelte sich um den ersten Luftangriff auf Donezk, seitdem die Armee im Mai den Flughafen am Rand der Stadt bombardierte, um die Aufständischen von dort zu vertreiben.

          In der ostukrainischen Stadt Gorlowka berichteten die Behörden von einer steigenden Anzahl Toten. In den vergangenen Tagen seien bei Artilleriebeschuss 33 Zivilisten getötet und 129 verletzt worden, hieß es. In mehreren Vierteln sei die Gas- und Wasserversorgung ausgefallen.

          Agenten gegen Separatisten

          Im Kampf gegen die prorussischen Separatisten in der Ostukraine will Kiews Geheimdienst SBU mehr Agenten in die Reihen der Aufständischen einschleusen. Damit sollten ihre Aktionen untergraben werden, schrieb Anton Geraschtschenko vom ukrainischen Innenministerium am Mittwoch bei Facebook. Es gebe kein effektiveres Mittel zum Kampf gegen den Terrorismus, erklärte er.

          Überdies sollten im ostukrainischen Charkow unbewaffnete Zivilisten die Polizei bei der Arbeit unterstützen, kündigte Geraschtschenko an. Demnach sollen Zivilpatrouillen zum Schutz der öffentlichen Ordnung in der Millionenstadt eingesetzt werden.

          Unterdessen verschlechtert sich die humanitäre Situation in der umkämpften Ostukraine nach Angaben der Vereinten Nationen von Tag zu Tag. „Wir sprechen von 3,9 Millionen Menschen, die in einer von der Gewalt heimgesuchten Region leben“, sagte John Ging vom Nothilfebüro der Vereinten Nationen am Dienstag in New York in einer Sondersitzung des Sicherheitsrates. „Die Infrastruktur ist zerstört, Strom gibt es kaum und Wasser nur ein paar Stunden am Tag.“ Jeden Tag würden etwa 1000 Menschen aus dem Kampfgebiet fliehen. Seit Beginn des Konflikts seien 1376 Menschen getötet worden, mehr als 4000 seien verletzt.

          „Es ist ein echter Krieg“, sagte Russlands UN-Botschafter Vitali Tschurkin, der die Dringlichkeitssitzung gefordert hatte. „Trotz internationaler Abkommen setzt Kiew seine Militäreinsätze fort. Wohngebiete werden beschossen und es werden sogar Kassettenbomben eingesetzt.“ Tschurkin sagte, Russland habe 800.000 Flüchtlinge aufgenommen. Laut UN sind es allerdings 168.000.

          Vorwürfe in einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates

          Ein Vertreter der Ukraine sagte, Russlands Forderung nach der Sondersitzung sei an Zynismus nicht zu überbieten. „Sie sind es, die unser Land destabilisieren. Keines dieser Probleme würde bestehen, wenn Sie sich nicht in die Angelegenheiten eines souveränen Landes einmischen würden.“

          Weitere Themen

          Drüben wird mitgehört

          AKK im Baltikum : Drüben wird mitgehört

          Im Baltikum beobachtet man Amerikas sprunghaften Präsidenten mit wachsender Sorge. Man hofft auf Europa – und wünscht sich mehr Engagement Deutschlands. Der Besuch der Verteidigungsministerin hat aber auch taktische Hintergründe.

          Ausgangssperre nach schweren Unruhen Video-Seite öffnen

          Gespräche in Ecuador geplant : Ausgangssperre nach schweren Unruhen

          Die seit Tagen anhaltenden Ausschreitungen in Ecuador nehmen kein Ende - nun soll es erste Gespräche zwischen den Demonstranten und der Regierung geben. Nach schweren Unruhen in der Hauptstadt Quito verhängte Präsident Lenín Moreno eine Ausgangssperre.

          Topmeldungen

          Gestärkt: Der türkische Staatspräsident Erdogan spricht am Sonntag mit türkischen Journalisten

          Türkische Offensive : Erdogans Gewinn

          Wieder einmal stärkt eine Krise, die der türkische Staatspräsident ausgelöst hat, seine innenpolitische Stellung. Die ausbleibende internationale Unterstützung aber dürfte einen hohen Preis haben.
          Zweimal Gündogan: Kimmich schreit seine Erleichterung über die Treffer des Kollegen heraus.

          3:0 für Deutschland : Geduldsspiel in Tallinn

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss einen frühen Platzverweis von Emre Can verkraften, gewinnt aber nach zähem Beginn 3:0 in Estland. Gündogan trifft zweimal, Werner setzt noch einen drauf.
          Was denkt die Queen über den Brexit? Die britische Königin Elisabeth II. im Mai 2019.

          Brexit-Streit : Die Queen liest Johnson

          Elisabeth II. trägt an diesem Montag im Unterhaus das Regierungsprogramm des Premierministers Boris Johnson vor. Im Zentrum steht der Brexit-Prozess, der gerade in einer entscheidenden Phase ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.