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Ostukraine : Ukraine und Niederlande einigen sich auf Polizeimission für MH17

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Weder australische noch niederländische Fachleute kommen momentan zum Flugzeugwrack von MH17 Bild: AFP

Eine internationale Polizeimission soll die Absturzstelle des Fluges MH17 sichern. Das haben die Außenminister der Ukraine und der Niederlande vereinbart. Noch kommen die Fachleute aber nicht zum Wrack.

          Die Niederlande haben mit der Ukraine eine internationale Mission zur Sicherung der Absturzstelle von Flug MH17 vereinbart. Der niederländische Außenminister Frans Timmermans und der kommissarische ukrainische Regierungschef Wladimir Groisman unterzeichneten das Abkommen am Montag in Kiew. An der Mission sollen Experten und Polizisten aus den Niederlanden, Australien und anderen Ländern teilnehmen, die bei dem Absturz Opfer zu beklagen hatten. Das ukrainische Parlament soll die Vereinbarung auf einer Sondersitzung am kommenden Donnerstag (31.7.) ratifizieren. Derzeit kommen wegen Kämpfen in der Ostukraine keine ausländischen Experten zur Absturzstelle bei dem Ort Grabowo.

          Der niederländische Polizeichef bezweifelt, ob sämtliche Überreste und Habseligkeitender Opfer der Unglücksmaschine in der Ostukraine jemals gefunden werden. Es gebe dafür „keine Garantie“, sagte Gerard Bouman am Montag während einer Anhörung im niederländischen Parlament. Er wisse auch nicht, wie viele Leichen genau bisher gefunden worden seien. Was in den Leichensäcken in der Ukraine zu sehen gewesen sei, kleine und große Leichenteile, sei „unbeschreiblich“ und „grauenvoll“.

          Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko (l) traf am Montag die Außenminister der Niederlande, Frans Timmermanns, und Australiens, Julie Bishop

          Teams aus australischen und niederländischen Polizisten versuchten am Montag vergeblich von der Stadt Donezk aus zur 60 Kilometer entfernten Absturzstelle der Boeing 777 vorzudringen. Wegen anhaltender Kämpfe zwischen ukrainischen Regierungssoldaten und prorussischen Separatisten der Kiewer Regierung traten sie den Rückzug an.

          Am Sonntag hatten in der Ostukraine kämpfende Rebellen mitgeteilt, sie hätten niederländischen Vertretern einen Eisenbahnwagon mit persönlichen Gegenständen der Opfer übergeben. Das niederländische Justizministerium bestritt am Montag diese Information.

          Die Maschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit 298 Menschen an Bord abgestürzt, darunter allein 193 Niederländer. Die Regierung in Kiew und die Rebellen werfen sich gegenseitig vor, Flug MH17 abgeschossen zu haben. Die genaue Ursache des Absturzes steht immer noch nicht fest, auch wenn am Montag ukrainische Behörden mitteilten, eine Expertengruppe sei zu dem Ergebnis gekommen, das Flugzeug sei abgeschossen worden.

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