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Ostukraine : Truppenabzug in Stanyzja Luhanska komplett

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Mark Etherington, Chef der Beobachtungsmission der OSZE in der Ukraine, im Juni in Stanyzja Luhanska Bild: Reuters

Alle Truppen und schweren Waffen seien aus der strategisch wichtigen Ortschaft abgezogen worden, teilte der ukrainische Präsident mit. Damit gebe es Hoffnung auf Frieden in dem Konflikt in der Ostukraine.

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          In der Ostukraine haben die Konfliktparteien alle Truppen und schweren Waffen bei der Ortschaft Stanyzja Luhanska vollständig abgezogen. „Das ist, wie mir scheint, der erste Schritt zur Feuereinstellung entlang der gesamten Kontaktlinie“, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Montag mit.

          Damit gebe es eine kleine Hoffnung auf ein Ende der heißen Phase des seit 2014 währenden Krieges, bei dem UN-Schätzungen zufolge 13.000 Menschen getötet wurden. Zuvor hatte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) den Rückzug bestätigt. Zudem seien Befestigungen abgebaut und Minen geräumt worden.

          Der Vorgang findet im Rahmen einer sogenannten Entflechtung statt, die 2016 vom damaligen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier für drei Testgebiete vermittelt wurde. Bei Petriwske und Solote wurden bereits 2016 Truppen abgezogen. Vereinbart wurde eine vollständige Entmilitarisierung der insgesamt über 400 Kilometer langen Front. Stanyzja Luhanska ist strategisch wichtig, weil sich hier der einzige Übergang zwischen dem Regierungs- und dem Luhansker Separatistengebiet befindet.

          Bundesaußenminister Heiko Maas wertete den Abzug als wichtigen Schritt und Hoffnungsschimmer. „Dieser Erfolg zeigt auch: Fortschritt in der Ost-Ukraine ist möglich“, sagte Maas einer Mitteilung seines Ministeriums zufolge. Eine vollständige Entflechtung sei entscheidend für die friedliche Beilegung des Konflikts.

          Teile der Gebiete Luhansk und Donezk werden seit 2014 von durch Russland unterstützte Aufständische beherrscht. Ein von Deutschland und Frankreich vermittelter Friedensplan wurde bisher nur in Ansätzen umgesetzt. Seit dem Amtsantritt Selenskyjs im Mai hoffen viele auf neue Impulse im Friedensprozess.

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