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Nach Anruf aus Moskau : Ostukrainische Separatisten bereiten Gefangenenaustausch vor

  • Aktualisiert am

Pro-russische Separatisten bei einer Übung (Archivbild) Bild: dpa

Nach einem Gespräch mit Wladimir Putin will der Separatisten-Chef Angehörige der Regierungstruppen gegen Rebellen tauschen. Die Ukraine geht unterdessen mit einem neuen Feiertag auf Distanz zu Russland.

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          Nach einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin hat der Chef der ostukrainischen Separatisten in Luhansk, Igor Plotnizki, Vorbereitungen für einen Gefangenenaustausch angeordnet. Der Chef der Donezker Aufständischen, Alexander Sachartschenko, begrüßte die Initiative am Donnerstag ebenfalls.

          Putin hatte zuvor mit den beiden Anführern der pro-russischen Aufständischen telefoniert, wie der Kreml am Mittwochabend mitgeteilt hatte. Über direkten Kontakt zwischen Putin und den Separatisten gab es bislang kaum Informationen.

          Zuvor hatte der Kiewer Unterhändler Viktor Medwedtschuk Putin persönlich um Unterstützung gebeten. Es sollen 74 Angehörige der Regierungstruppen gegen 306 Rebellenkämpfer ausgetauscht werden. Medwedtschuk gilt als kremlnah.

          Der Gefangenenaustausch ist ein Element des 2015 vereinbarten Friedensplanes für den seit 2014 währenden Krieg. Der letzte Austausch fand vor knapp einem Jahr statt. Lediglich im April, Juli und September wurden mehrere Dutzend Gefängnisinsassen aus dem Gebiet der Donezker Rebellen an Kiew übergeben.

          Russland und die Ukraine befinden sich seit der russischen Annexion der Krim 2014 in einem erbitterten Konflikt. Der Kreml wird beschuldigt, den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine zu befeuern, der in den vergangenen drei Jahren den Vereinten Nationen zufolge mehr als 10.000 Menschen das Leben gekostet hat.

          Mit Feiertag Abkehr von Russland

          Kremlsprecher Dmirti Peskow betonte, Putins Telefonat mit den Separatisten mache Russland nun nicht zur Konfliktpartei. Doch könne Putin durch ein solches Gespräch durchaus Einfluss nehmen, sagte er. Die Ukraine sieht sich ihrerseits in einem direkten Konflikt mit Russland.

          Ihre Abkehr von Moskau untermauert sie nun mit einem neuen Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember. Das Parlament in Kiew stimmte am Donnerstag für den neuen gesetzlichen Feiertag, um sich nach eigenen Angaben von Russland zu distanzieren. Dort wird das Weihnachtsfest nach orthodoxem Glauben am 7. Januar begangen.

          Weil auch die Mehrheit der Ukrainer orthodox ist, soll der 7. Januar aber als Feiertag in der Ukraine erhalten bleiben. Allerdings wird nun auch der westliche Weihnachtsfeiertag offiziell anerkannt. Im Gegenzug soll der 2. Mai in der Ukraine als Feiertag wegfallen. Damit bricht das Land mit der sowjetischen Tradition, den internationalen Tag der Arbeiterbewegung an zwei Tagen zu feiern.

          Der ukrainische Parlamentspräsident Andrij Parubij schrieb in einem Blogeintrag nach der Stimmabgabe: „Befreien wir uns von Moskaus mentaler Besatzung, und lasst uns in die Familie der freien Völker zurückkehren.“ 238 der Abgeordneten stimmten für die Änderung, nur acht dagegen. Das Gesetz tritt nach der Zustimmung von Präsident Petro Poroschenko in Kraft.

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