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Ostukraine : Granate tötet Schüler auf Sportplatz

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In der Ukraine wird weiter gekämpft: ein zerschossenes Auto in Donezk Bild: AFP

Drei Tage nach den umstrittenen Wahlen im Osten der Ukraine ist es dort wieder zu Kämpfen gekommen. Viele Menschen starben, auf einem Sportplatz in Donezk kamen zwei Jugendliche um.

          Bei der Explosion einer Granate auf einem Schulsportplatz im Osten der Ukraine sind zwei Jugendliche getötet und vier verletzt worden. Bei den Opfern handelte es sich um einen 14 Jahre alten Jungen und einen 18 Jahre alte Teenager. Die örtlichen Behörden bestätigten, dass zwei junge Männer getötet worden seien.

          Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach am Mittwoch von einem „Kriegsverbrechen“ und verlangte eine Untersuchung. Es war unklar, wer für den Anschlag im Gebiet Donezk verantwortlich war. Anwohner erklärten, zu dem Zwischenfall sei es in zwei bis drei Kilometer Entfernung des Donezker Flughafens gekommen, der von Regierungstruppen gehalten wird.

          Der reichste Ukrainer des Landes, Rinat Achmetow, äußerte sich entsetzt über den Vorfall in seiner früheren Schule. Der Milliardär forderte ein sofortiges Ende des Blutvergießens. „Hört damit auf, friedliche Bürger zu töten! Hört damit auf, Kinder umzubringen!“, sagte der Achmetow.

          In den umkämpften Gebieten im Osten der Ukraine wird trotz einer vor Wochen vereinbarten Waffenruhe weiter gekämpft. Seit den umstrittenen Wahlen prorussischer Separatisten vom Wochenende hat es dabei zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im Gebiet Lugansk seien bei einem Artillerieangriff zwölf Zivilisten in dem Dorf Frunse getötet worden, teilten die Aufständischen mit.

          Der Sicherheitsrat in Kiew sprach am Mittwoch von zwei toten Soldaten und neun Verletzten. Auch der Stadtrat von Donezk beklagte Artilleriefeuer.

          Putin klagt über „Bürgerkrieg“

          Umkämpft seien noch immer der Flughafen und die nordwestlichen Vororte der Gebietshauptstadt Donezk, hieß es. Der Sicherheitsrat in Kiew kritisierte weitere Truppenbewegungen von russischem Territorium aus in die Ukraine. Russland weist solche Berichte zurück.

          Zwei Monate nach Beginn einer Waffenruhe beklagte Kremlchef Wladimir Putin eine Fortdauer des „Bürgerkrieges“ im Konfliktgebiet. „Ungeachtet der Minsker Vereinbarungen werden weiter friedliche Orte beschossen und sterben noch immer friedliche Bürger“, sagte Putin. Der „Bürgerkrieg“ direkt an den Grenzen Russlands setze sich fort.

          Die ukrainische Seite und die prorussischen Separatisten hatten Anfang September in der weißrussischen Hauptstadt Minsk unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eine Feuerpause sowie weitere Schritte für einen Friedensplan vereinbart. Aus Protest gegen die Wahlen in den Separatistengebieten am Sonntag hatten führende ukrainische Politiker die Minsker Beschlüsse für ungültig erklärt.

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