https://www.faz.net/-gpf-7vbu8

Ostukraine : Amnesty findet keine Hinweise auf Massengräber

  • Aktualisiert am

Mitglieder der ukrainischen Nationalgarde bei einer Massenbeerdigung nahe Dnjepropetrowsk im Osten der Ukraine am 8. Oktober - dabei wurden nach Angaben der Agentur Reuters gefallene pro-ukrainische Kräfte beigesetzt Bild: Reuters

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sieht keine Beweise für Massengräber im umkämpften ostukrainischen Donezk. Gezielte Tötungen habe es aber gegeben - auf beiden Seiten.

          In einem am Montag veröffentlichten Bericht über Hinrichtungen wirft die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sowohl prorussischen als auch proukrainischen Kräften falsche Angaben über die Greueltaten der jeweils anderen Seite vor. „Fest steht auch, dass einige der schockierenden Fälle, über die berichtet wurde, besonders in russischen Medien enorm übertrieben waren“, erklärte John Dalhuisen von Amnesty. Es gebe keine Beweise für Massengräber im umkämpften ostukrainischen Donezk, wie sie prorussische Separatisten entdeckt haben wollten.

          Mit Berichten über rund 400 im Konfliktgebiet gefundene Leichen von Zivilisten hatten die Separatisten Ende September Druck auf die Führung in Kiew gemacht. Danach befanden sich die Gräber in Gebieten, die zuvor von der ukrainischen Armee beherrscht worden waren. Auch Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte von Massengräbern gesprochen. Amnesty aber habe „keine überzeugenden Beweise für Massentötungen oder Gräber“ gefunden, hieß es nun.

          Stattdessen sei die Organisation auf die Leichen von vier männlichen Zivilisten in zwei Gräbern in der Nähe des Dorfes Komunar gestoßen. „Was wir gesehen haben, sind einzelne Fälle von Hinrichtungen, die in einigen Fällen Kriegsverbrechen darstellen können“, erklärte Dalhuisen zum Ergebnis von Amnesty-Recherchen Ende September. Solche gezielten Tötungen seien auf beiden Seiten nachgewiesen worden. „Alle verdächtigen Fälle sollten untersucht und die Verantwortlichen beider Seiten belangt werden.“

          Trotz Waffenruhe kommt es im Osten der Ukraine, wo Separatisten gegen die Armee kämpfen, immer wieder zu blutigen Gefechten. Beide Seiten werfen sich tödliche Angriffe auf Zivilisten vor.

          Weitere Themen

          „Es lebe Europa!“

          Liveblog zu Wahl in Straßburg : „Es lebe Europa!“

          EVP-Fraktion will von der Leyen geschlossen wählen +++ Kandidatin spricht über Klimakrise, Migration und Gleichberechtigung +++ Am Abend stellt sich CDU-Politikerin zur Wahl +++ Mindestens 374 von 747 Stimmen nötig +++ Verfolgen Sie alle Entwicklungen im Liveblog.

          Trump verschärft Angriffe auf Kongressfrauen Video-Seite öffnen

          „Sie müssen Amerika lieben“ : Trump verschärft Angriffe auf Kongressfrauen

          Die Kommentare des US-Präsidenten richten sich gegen eine Gruppe, die im Kongress informell als „The squad“ bekannt war: Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar, Ayanna Pressley und Rashida Tlaib. Omar hob Trump nun besonders hervor und behauptete, sie bevorzuge die extremistische Gruppe Al-Qaida gegenüber den Vereinigten Staaten.

          Topmeldungen

          Liveblog zu Wahl in Straßburg : „Es lebe Europa!“

          EVP-Fraktion will von der Leyen geschlossen wählen +++ Kandidatin spricht über Klimakrise, Migration und Gleichberechtigung +++ Am Abend stellt sich CDU-Politikerin zur Wahl +++ Mindestens 374 von 747 Stimmen nötig +++ Verfolgen Sie alle Entwicklungen im Liveblog.
          Der Eingriff in die bundesweite Verteilung von Krankenhäusern muss mit chirurgischer Präzision ausgeführt werden – sonst leidet die Versorgungssicherheit vor allem auf dem Land schnell.

          Zu viele Hospitale : Der Patient Deutschland

          Die Deutschen lieben ihr Krankenhaus in direkter Nähe – mag es auch noch so schlecht ausgestattet sein. Daher hat auch die Politik kein Interesse an einem großflächigen Abbau der Hospitäler. Vernünftig ist das nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.