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Russisch-orthodoxe Kirche : Ikonen küssen trotz Corona

Patriarch Kirill hat eine theologische Begründung dafür gefunden, dass die Menschen nicht in die Kirchen strömen sollen. Bild: Reuters

Fundamentalisten innerhalb der russisch-orthodoxen Kirche wollen nicht wahrhaben, dass das Küssen von Ikonen in Zeiten der Pandemie lebensgefährlich sein kann. Die Krise legt seit langem schwelende Konflikte offen.

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          Vorsichtig bereitet die Führung der Russischen Orthodoxen Kirche ihre Gläubigen darauf vor, dass die Ostergottesdienste dieses Jahr ohne die Gemeinden stattfinden müssen. „Ihr verratet Christus nicht, wenn Ihr nicht in die Kirche geht, Ihr verratet Christus aber, wenn wegen Euch jemand erkrankt“, verkündete der Leiter des kirchlichen Außenamtes Metropolit Hilarion, am Donnerstag voriger Woche.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

          Wenige Tage zuvor hatte schon Patriarch Kirill in einer Sonntagspredigt die Gläubigen aufgefordert, nicht mehr in die Kirchen zu gehen. Er begründete das mit dem Beispiel der Heiligen Maria von Ägypten, die im 4. Jahrhundert vier Jahrzehnte allein in der Wüste östlich des Jordan gelebt hatte, ohne eine Kirche zu sehen und die Kommunion zu empfangen. Gäbe es nicht das „rettende Beispiel“ dieser Heiligen, so der Patriarch, hätte er sich wohl nie zu einer solchen Aufforderung durchgerungen.

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