https://www.faz.net/-gpf-9ieas

Gegen Moskaus Willen : Orthodoxe Kirche in Ukraine eigenständig

  • Aktualisiert am

Patriarch Bartholomäus I. und der Kiewer Metropolit Epiphanius Bild: dpa

Patriarch Bartholomäus übergibt das Dekret zur Anerkennung der neuen ukrainischen Kirche. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko zieht einen historischen Vergleich.

          Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel hat am Sonntag das Dekret über die Anerkennung der neuen Orthodoxen Kirche der Ukraine an deren Oberhaupt, den Kiewer Metropoliten Epiphanius, übergeben. Patriarch Bartholomäus I. überreichte das Tomos genannte Dokument bei einem Gottesdienst zum orthodoxen Weihnachtsfest in der Sankt-Georgs-Kirche in Istanbul. Am Samstag hatten er und Epiphanius das Dokument unterzeichnet.

          Nach der Übergabe applaudierte die Gemeinde, während die angereisten ukrainischen Politiker dem ebenfalls anwesenden ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko gratulierten.

          „Nach der Finsternis der Nacht geht immer die Sonne auf. Die alte Ungerechtigkeit wurde beseitigt und Gerechtigkeit wieder hergestellt“, sagte Epiphanius. Poroschenko sagte, dieser Tag werde „eingehen in die Geschichte unseres Landes“ so wie die Ausrufung der Unabhängigkeit der Ukraine.

          Bartholomäus hatte im Oktober bei einer Bischofssynode in Istanbul seine Zustimmung zur Unabhängigkeit der ukrainischen Kirche gegeben, die über Jahrhunderte dem orthodoxen Patriarchat in Moskau unterstellt war. Am 5. Dezember schlossen sich dann zwei bis dahin nicht anerkannte Kirchen in Kiew zur neuen Orthodoxen Kirchen der Ukraine zusammen.

          Mit der Anerkennung der Unabhängigkeit dieser neu gegründeten Kirche stellt sich Bartholomäus gegen die Kirche in Russland, die ihm daraufhin die Gefolgschaft aufkündigte. Zwar ist er das Oberhaupt der orthodoxen Christen und der Ehrenvorsitzende aller orthodoxen Kirchen, doch spricht ihm Moskau das Recht ab, über die Unabhängigkeit der ukrainischen Kirche zu entscheiden.

          Weitere Themen

          Weiterackern in Berlin

          Julia Klöckner : Weiterackern in Berlin

          Die Bundeslandwirtschaftsministerin will bei der Landtagswahl 2021 in Rheinland-Pfalz nicht mehr als Spitzenkandidatin antreten. Stattdessen schickt die CDU Christian Baldauf ins Rennen. Der kann besonders mit einer Eigenschaft punkten.

          Rentner hoffen auf seine Wiederwahl Video-Seite öffnen

          Trump im „Swingstate“ Florida : Rentner hoffen auf seine Wiederwahl

          Der amerikanische Präsident will bei einem Auftritt in Florida seine Bewerbung um eine zweite Amtszeit verkünden. Florida gilt als Rentnerparadies, unter ihnen hat Trump viele Anhänger. Des Weiteren kommt dem Bundesstaat eine besondere Rolle zu.

          Nächster Wechsel an der Spitze des Pentagons

          Shanahan scheidet aus : Nächster Wechsel an der Spitze des Pentagons

          Der kommissarische Verteidigungsminister Patrick Shanahan zieht sich aus dem Nominierungsprozess zurück, wie Präsident Trump auf Twitter verkündet. Die Leitung des Pentagons übernimmt der bisherige Verwaltungschef des amerikanischen Heeres.

          Topmeldungen

          Mordfall Lübcke : Die Falle der AfD

          Die AfD ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Die Krokodilstränen über den Tod eines Repräsentanten des „Systems“, das sie aus den Angeln heben will, kann sie sich sparen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.