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Tichanowskaja über Belarus : „Wir hoffen auf die Sanktionen“

Swetlana Tichanowskaja, belarussische Oppositionsführerin, im März im Finnischen Institut für Internationale Angelegenheiten in Helsinki Bild: dpa

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja im Interview über ein Tribunal gegen Lukaschenko, die Grenzen des Protests, die Stärke der EU und ihr Leben im Exil.

          4 Min.

          Der belarussische Oppositionelle Roman Protassewitsch wurde kürzlich aus einem Flugzeug geholt, das von Athen nach Vilnius unterwegs war und vom Lukaschenko-Regime zur Landung in Minsk gezwungen wurde. Dann wurde er offenbar unter Druck und Folter zu Geständnissen gezwungen, die im Fernsehen gezeigt wurden. Wie bewerten Sie diesen Fall, Frau Tichanowskaja?

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Wir waren alle schockiert von der Entführung des Flugzeugs. Es ging ganz klar um einen Racheakt, für den das Regime sogar einen internationalen Skandal in Kauf genommen hat, nur um mit einer einzelnen Person abzurechnen. Die Aussagen in den Videos, die von Roman veröffentlicht wurden, nehmen wir nicht ernst. Denn wir wissen, dass Gefangene gefoltert, geschlagen und auf jegliche Art und Weise so bedroht werden, dass sie alles Mögliche gestehen. Deswegen verurteilen wir Roman nicht. Denn das ist das eigentliche Ziel des Regimes: die Demokratiebewegung zu spalten. Unser Ziel bleibt es, Roman frei zu bekommen, wie alle anderen politischen Gefangenen auch.

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