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Trotz drohender Festnahme : Oppositionsführer Guaidó kehrt nach Venezuela zurück

  • Aktualisiert am

Juan Guaidó bei seiner Ankunft am Flughafen in Caracas Bild: Reuters

Neben zahlreichen Anhängern empfangen auch mehrere EU-Botschafter den selbsternannten Interimspräsidenten bei seiner Rückkehr nach Caracas. Doch in Venezuela könnte Guaidó nun die Festnahme drohen.

          Nach einer rund anderthalbhalbwöchigen Reise durch Südamerika ist der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó nach Venezuela zurückgekehrt. Am Montag traf er am Flughafen Maiquetía nahe der Hauptstadt Caracas ein, wie im venezolanischen Fernsehsender VPI zu sehen war. Zahlreiche Anhänger nahmen den Oppositionsführer in Empfang. „Wir sind wieder in unserem geliebten Land“, schrieb Guaidó auf Twitter. Weil er trotz eines Ausreiseverbots Venezuela verlassen hatte, könnte Guaidó nun allerdings festgenommen werden.

          Neben einer Gruppe von Anhängern des 35 Jahre alten Politikers waren auch die Botschafter mehrerer EU-Länder, auch Deutschlands, am Flughafen zur Begrüßung Guaidós versammelt. Rund 50 Staaten haben den selbsternannten Übergangspräsidenten anerkannt. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hatte die venezolanische Regierung davor gewarnt, Guaidó bei seiner Rückkehr festzunehmen.

          „Wenn das Regime versucht, mich zu verschleppen, sind die weiteren Schritte klar: Demonstrationen, Zusammenarbeit mit unseren internationalen Verbündeten, mit Parlamentariern auf der ganzen Welt“, sagte Guaidó in einem auf Twitter veröffentlichten Video. Im ganzen Land gingen am Montag Tausende Menschen für den Oppositionsführer auf die Straße.

          Auch die Vereinigten Staaten bezogen Stellung. „Die sichere Rückkehr von Juan Guaidó nach Venezuela hat für Washington höchste Bedeutung. Jede Art von Bedrohung, Gewalt oder Einschüchterung gegen ihn wird nicht toleriert. Die Welt schaut zu“, schrieb der amerikanische Vizepräsident Mike Pence auf Twitter.

          „Guaidó kann nicht einfach kommen und gehen“

          Vergangene Woche hatte Maduro seinen Widersacher vor einer Rückkehr gewarnt. „Guaidó kann nicht einfach kommen und gehen; die Justiz hatte ihm das Verlassen des Landes verboten“, sagte er in einem Interview des amerikanischen Senders ABC.

          Guaidó hatte sich am 23. Januar zum Interimspräsidenten erklärt und Maduro damit offen herausgefordert. Zuletzt scheiterte sein Versuch, Hilfsgüter von Kolumbien und Brasilien aus nach Venezuela zu bringen. An den Grenzübergängen kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Oppositionsanhängern und Sicherheitskräften. Dabei wurden mehrere Menschen getötet und Hunderte verletzt.

          Das ölreichste Land der Welt leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Aus Mangel an Devisen kann Venezuela kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs für die Not leidende Bevölkerung einführen. Viele Menschen hungern, über drei Millionen Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen.

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