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Oppositionelle Hoffnungsträger : Kaczynskis junge Herausforderer

Kosiniak-Kamysz (Dritter von rechts) und Barbara Nowacka (Vierte von rechts) in Warschau Bild: Picture-Alliance

In Polen könnte eine neue Generation von Oppositionspolitikern der Regierungspartei PiS gefährlich werden. Für die Europawahl hat sie ein Bündnis geschmiedet.

          5 Min.

          Nichts tun die Warschauer Intellektuellen lieber, als über die Politiker ihres Landes zu klagen: über ihre professionellen und charakterlichen Mängel ebenso wie über ihre rhetorischen Fehlleistungen. Da sticht hervor, was kürzlich der Schriftsteller Jakub Ekier erzählte: „Ich habe neulich lustlos das Autoradio angeschaltet, und da sprach jemand über politische Dinge. Er sprach ruhig und sachlich und war sprachlich auf Niveau. Ich habe nicht umgeschaltet. Und stell dir vor: Es war ein Politiker! Jetzt könnte ich mir vorstellen, ihn zu wählen.“

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Der Mann, dessen Auftritt im Radio derart Eindruck machte, heißt Wladyslaw Kosiniak-Kamysz. Wenn die Bürger im Wahlmarathon der nächsten 14 Monate – nach den Europawahlen im Mai, im Herbst die Parlaments- und 2020 die Präsidentenwahl – die politischen Karten neu mischen, könnte Kosiniak-Kamysz unter den Gewinnern sein. Er gehört zur neuen Generation in der polnischen Politik. Sein Trumpf ist, dass er erst 37 Jahre alt ist, aber trotzdem schon über Regierungserfahrung verfügt. Von 2011 bis 2015 war er in den Regierungen von Donald Tusk und Ewa Kopacz Minister für Arbeit und Soziales. Als Polen im Jahr 1989 die Diktatur abschüttelte, war Kosiniak-Kamysz gerade mal acht Jahre alt.

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