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„Open Games“ in Moskau : Russland stört homosexuelles Sportfest

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Hier hätte die Eröffnungsfeier der „Open Games“ stattfinden sollen - nach einer Bombendrohung aber kommen Polizisten aus dem Haus. Bild: AP

In Moskau läuft das internationale Sport- und Kulturfestival „Open Games“. Doch die Veranstaltungen werden immer wieder sabotiert: Bombendrohungen verhindern die Eröffnungsfeier, die Kühlmaschine der Eisbahn fällt aus.

          Die Olympischen Spiele in Sotschi sind zu Ende, damit ist auch die Schonzeit vorbei für die Homosexuellen und ihre Unterstützer in Russland - zumindest bis die Paraolympics beginnen und die internationale Öffentlichkeit wieder nach Russland schaut. Im Schatten der Ereignisse in der Ukraine finden in dieser Woche in Moskau die „Open Games“ statt, ein Sport- und Kulturfestival organisiert von homosexuellen Gemeinschaften.  Rund 500 Teilnehmer aus Russland, Deutschland, Frankreich, Kanada und Holland sind seit dem 26. Februar in Moskau. Sie kommen nicht nur zusammen, um Basketball oder Fußball zu spielen, sondern diskutieren gemeinsam über die Lage der Menschenrechte in ihren Ländern.

          Doch was man nun aus der russischen Hauptstadt hört, ist erschütternd. Das internationale Sportfestival wurde von Beginn an massiv gestört und die Veranstalter und Sportler unter Druck gesetzt. Am Samstag, den 1. März, wurde bekannt, dass – bereits nach Tagen der Schikane - das Fußballturnier wegen einer angeblichen Bombendrohung abgebrochen wurde. Die niederländische Sportministerin Edith Schippers hatte gerade ihren Besuch beendet, da räumte ein Antiterrorkommando die Halle.

          Die Ministerin sei so lange wie möglich geblieben, schreiben Teilnehmer auf Facebook, und habe dadurch wahrscheinlich eine frühere Evakuierung verhindert. Doch die Räumung ist nur eine von vielen beunruhigenden Aktionen der russischen Regierung. Sportler aus Berlin schrieben gestern Abend im Internet über eine Rauchbombe beim Basketballturnier: „Die Vorfälle wurden von der Polizei dazu genutzt, von allen Anwesenden die Personalien aufzunehmen. Wir sind schockiert und erschöpft.“

          Hier wird kein Basketball gespielt - das hat eine Rauchbombe verhindert.

          Was ist in den vergangenen Tagen geschehen? Alle Verträge mit den Hotels und den Sportstätten wurden durch Einwirken der russischen Regierung kurzfristig aufgelöst. So belegten angeblich Kinder die Zimmer im Hotel. Der Geheimdienst verfolgte die Gäste auf ihrem Weg durch die Stadt. Die Kühlmaschine der Eisbahn fiel plötzlich aus und zu Beginn der für den 27. Februar geplanten Menschenrechtskonferenz wurde kurzerhand der Strom abgestellt. Auch die Eröffnungsfeier musste aufgrund einer Bombendrohung verlegt werden und fand dann an einem geheimen Ort statt.

          Die aggressive Schikane der russischen Regierung ist auch für die Moskauer Ausrichter ein Schock. Die Sportveranstaltungen des Verbandes seien in der Vergangenheit nie so stark behindert worden, heißt es. Das „Propagandagesetz“, das Russlands Präsident Wladimir Putin im Juni 2013 verabschiedet hat und das schon das Sprechen über Homosexualität in Anwesenheit Minderjähriger unter Strafe stellt, verstärke sichtbar und fühlbar den Druck auf die Bevölkerung, sich konform zu verhalten. Menschen zensierten sich selbst und seien ständig auf mögliche Gefahr gefasst seien, berichten Teilnehmer der Open Games. Die Übergriffe der russischen Geheimdienste zeigen: Das Leben wird für Schwule und Lesben und auch für Menschen, die für Toleranz und freie Meinungsäußerung eintreten, immer gefährlicher.

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