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Neue Fälle ohne Auslandsreisen : Ist die Omikron-Mutante in Großbritannien schon weiter verbreitet?

Die schottische Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon will wegen der Omikron-Variante die Reiseregeln verschärfen. Bild: AP

Neue Omikron-Fälle in Schottland hängen offenbar nicht mit Auslandsreisen zusammen. Die britische Impfkommission empfiehlt eine Auffrischungsimpfung nun schon nach drei Monaten.

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          In Großbritannien wurden am Montag sechs weitere Fälle der Omikron-Variante des Coronavirus bestätigt, womit die Zahl auf insgesamt neun gestiegen ist. Mehr als 220 Verdachtsproben werden zurzeit im Vereinigten Königreich untersucht. Beunruhigung folgte der Nachricht, dass einige der neuen Fälle nicht mit Auslandsreisen in Verbindung gebracht werden konnten, was nach Ansicht von Fachleuten auf eine fortgeschrittenere Verbreitung im Land schließen lässt. Die Regierung in Schottland, wo alle sechs neuen Fälle bekannt wurden, wollte eine Verbindung zum jüngsten Klimagipfel in Glasgow (mit mehr als 20.000 internationalen Gästen) nicht ausschließen, bezeichnete sie aber als „nicht wahrscheinlich”.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Die Ministerpräsidentin in Edinburgh, Nicola Sturgeon, forderte den britischen Premierminister Boris Johnson am Montag auf, die Reiseregeln weiter zu verschärfen. London hatte am Samstag entschieden, dass von diesem Dienstag an Rückkehrer unabhängig von ihrem Impfstatus einen PCR-Test am zweiten Tag nach ihrer Ankunft machen und bis zum negativen Ergebnis in Selbstisolation bleiben müssen. Sturgeon und der walisische Ministerpräsident Mark Drakeford verlangen nun eine zehntägige Quarantäne mit einem zweiten Test am achten Tag. Außerdem forderten sie Premierminister Boris Johnson auf, eine Krisensitzung des Kabinetts mit Vertretern aus Schottland, Wales und Nordirland einzuberufen. Dies wurde von Downing Street abgelehnt. Man koordiniere sich ständig mit den Regionen im Land, weshalb keine andere Sitzung geplant sei, sagte ein Regierungssprecher.

          Boostern für alle Erwachsenen gefordert

          Auch jenseits von Schottland rieten Fachleute am Montag dazu, die am Wochenende angekündigten Schutzmaßnahmen zu verschärfen und wieder zur Heimarbeit zurückzukehren. Außerdem solle die – ebenfalls von diesem Dienstag an geltende – Maskenpflicht für öffentliche Verkehrsmittel und Geschäfte auf mehr Bereiche erweitert werden. Das Bildungsministerium in London sprach am Montag die „starke Empfehlung” aus, Masken auch wieder in Schulen zu tragen. In London berieten sich am Montag die Gesundheitsminister der Staatengruppe G7 in einer kurzfristig einberufenen Krisensitzung. Zuvor hatte das G7-Mitglied Japan einen Einreisestopp für alle Personen ohne japanische Staatsangehörigkeit und Dauervisa verhängt.

          Die nationale Impfkommission Großbritanniens empfahl am Montag, das Booster-Programm auf alle Erwachsenen auszudehnen und das Intervall auf drei Monate zu verkürzen. Dabei seien mRNA-Impfstoffe für die Auffrischungen zu „bevorzugen“. Bislang wurden Auffrischungen nur für Personen über 40 Jahre angeboten. Außerdem riet die Impfkommission zu einer zweiten Impfung für Zwölf- bis Fünfzehnjährige. Regierungsvertreter hoben am Montag hervor, dass das Impfen weiterhin die beste Waffe im Kampf gegen Corona bleibe, auch gegen die neue Variante aus Südafrika. Mehr als 18 Millionen Briten haben schon die Impfauffrischung erhalten – etwa doppelt so viele wie in Deutschland. Mehr als 80 Prozent aller Briten über 12 Jahre sind vollständig geimpft. Die Zahl der Neuinfektionen pendelt seit vier Monaten um eine Inzidenz von 400. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen ist in den vergangenen sieben Tagen um 11 Prozent, die der Corona-Toten um 17 Prozent zurückgegangen.

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