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Olympische Spiele in Japan : Ohne Feuer und Flamme

Fest für die Welt: Am 10. Oktober 1964 lief der letzte Fackelläufer, Yoshinori Sakai, zur Eröffnung der Olympischen Sommerspiele die Treppen im Stadion hoch. Bild: Ullstein

Die Olympischen Spiele sollten ein Fest für die Welt werden. Doch Hitze- und Coronawelle lösen im Volk des Gastgebers Skepsis aus. Hilft den Japanern die Erinnerung an 1964, Pandemie und Skandale zu vergessen?

          7 Min.

          Frühmorgens im Yoyogi-Park mitten in Tokio gerät Isao Utsunomiya ins Schwitzen. Es ist 6.30 Uhr, die Temperatur liegt schon bei 27 Grad, die Luftfeuchtigkeit erreicht 92 Prozent. Der durchtrainierte Utsunomiya macht Dehnübungen, so wie jeden Morgen an dieser Stelle. Hinter ihm steht eine kleine Holzbaracke. Die Wände sind weiß gestrichen, an den Fensterrahmen blättert die türkise Farbe ab. „Die hellen Farben sind fantastisch“, sagt Utsunomiya. „Ich weiß gar nicht, warum das Haus hier ungenutzt steht. Ich würde gerne darin wohnen.“ Erst beim genauen Blick entdeckt er, dass es sich um ein Denkmal handelt.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die kleine Baracke ist eine der unscheinbarsten Erinnerungen in Tokio an die Olympischen Spiele von 1964. Das Häuschen war Teil des olympischen Dorfes und beherbergte damals Sportler aus den Niederlanden. 6600 Sportler und Betreuer wohnten auf dem Gelände neben dem Meiji-Schrein, mitten in der Stadt. Es war ein lebendiges Leben in den Holzbaracken, wie Bilder von damals zeigen. Sportler saßen zusammen und machten Musik, und geheiratet wurde im Dorf auch.

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